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I love Upper Austria

Spirit of Africa in Noumea

Himmel über Afrika Fotoshow

2006 flog ich mit meinem Ultralight-Flieger "Spirit of Africa" nach Kapstadt und Retour.  Dazu habe ich eine Bildershow mit Musikuntermalung zusammengestellt. Hier können Sie eine Vorschau davon ansehen. Spenden Sie für unsere Aktion "Fliegen für Kinder in Not", und wir senden Ihnen einen Link zu wo sie den gesamten Film ansehen können.

Familien, die ihren Vater durch ein Flugzeugunglück oder andere Unfälle verloren haben und nun dringend unsere Unterstützung brauchen werden mit dieser Spende bedacht.

Dazu wurde ein Spendenkonto eingerichtet:

RAIBA Timelkam:
Kto: 53.181
BLZ: 34669
IBAN: AT54 3466 9000 0005 3181
BIC: RZOOAT2L669

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für Kinder in Not





MAIN SPONSORS:

Helmuth Lehner wurde für seinen Flug mit einem dreiachsgesteuerten Ultraleichtflugzeug rund um die Welt mit dem selten verliehenen goldenen Sportabzeichen des Österreichischen Aeroclubs ausgezeichnet und geehrt. Damit würdigt der Österreichische Aeroclub die herausragende fliegerische Leistung von Helmuth Lehner und befördert ihn damit in die Elite der Österreichischen Sportfliegerpiloten.

Helmuth Lehner konnte am Hl. Abend 3.000 € an die Familie Holl überbringen, dabei wurden die eingegangenen Spenden aus eigener Tasche noch fast verdoppelt, so dass,für die drei Jungs eine gerade Summe entstand.

 

Radiomitschnitt – Weltumrunder

Heute Morgen frueh aufgestanden, immerhin habe ich heute eine grosse Strecke zurueck zu legen – ich will ja erst mal nach Gibraltar um ein Foto vom Affenfelsen zu machen, ausserdem moechte ich mal auf einem Flugplatz landen, wo extra wegen mir die Strasse gesperrt wird, und aufgrund der Meereswinde soll ja dieser Flugplatz auch im Anflug ziemlich anspruchsvoll sein. Und dann moechte ich noch ein gutes Stueck weiter der spanischen Kueste entlang um morgen zeitig in Bobbio zu sein, wo ich am Denkmal der verunglueckten oesterreichischen Piloten, Hans Gutmann, Reinhard Holl und Hans Siedler einen Kranz nieder legen und eine Kerze aufstellen werde.
Madeira ist wirklich ein Juwel im Atlantik und zu jeder Zeit eine Reise und einen Urlaub wert. Schade dass ich nur 36 Stunden auf dieser herrlichen Insel bleiben konnte, es gaebe hier noch viel mehr zu sehen. Ich nutzte die wenige Zeit mit Sonnenbaden und Schwimmen im Atlantik, da ich das grosse Glueck hatte mit meiner Hotelwahl – ich wohnte im Madeira Regency Club – einen Meerzugang zu haben. Am Abend erforschte ich dann zu Fuss die vertraeumten Gassen der Hauptstadt Funchal. Hier kann man so richtig die Seele baumeln und all das Erlebte der letzten drei Monate noch mal richtig revue passieren lassen. Dabei ueberkommt einem ein tiefes Gefuehl der Demut und Dankbarkeit, das man all dies Grossartige erleben darf und dieses Abenteuer so positiv verlaufen ist. Das ist nicht selbstverstaendlich und es haette auch ganz anders ausgehen koennen, aber ich hatte wirklich sehr viel Wetterglueck und offensichtlich auch viele helfende und schuetzende Engel bei mir.
Nun freue ich mich noch auf die letzte Ueberwasserstrecke, nach Maroko hab ich ja nur 370 nm (700 km) und dann brauch ich mir fuer lange Zeit keine Gedanken mehr waehrend des afluges zu machen, was nun im Falle eines Motorausfalles zu tun waere. Ich habe dieses Szenario in den rund 90 Flugstunden ueber Wasser zig mal durchgespielt und es waere im Fall des Falles jeder Handgriff automatisiert gewesen. Ich haette eine Landung mit eingefahrenem Fahrwerk quer zu den Wellenbergen im Stall gemacht, dabei haette ich das Flugzeug einen Meter vor dem Wassern so hergezogen, dass es mit fast null Speed aus einem Meter auf das Wasser faellt, dann haette ich sofort den Rettungsschirm gezogen, damit eine groessere Flaeche das Flugzeug moeglichst lange am Schwimmen haelt. Die Rettungsinsel ist mit einer Leine an der Haubenkanzel verbunden, somit kann diese, wenn erst mal aus dem Flugzeug geworfen und automatisch entfaltet, nicht davon getrieben werden. Die ueberlebenswichtigen Dinge, wie Signalraketen, Wasserentsalzungsanlage, Nahrungsmittel, Notsender, Notfunkgeraet, Anglerset, Wasserbeutel usw. sind in einem versiegelten Seemannsack gleich hinter mir oben auf und koennen mit einem Handgriff in die Rettungsinsel geworfen werden.
Bevor ich das Flugzeug verlassen haette noch rasch das ELT betaetigt, das Satellitentelefon und ein GPS ausgebaut und ab ins Rettungsfloss.
Aber Gott und Rotax sei Dank ist dieses Uebungsmanoever nie notwendig geworden und mein Rotax 912 hat die ganze Reise, und auch die 700 Flugstunden davor immer brav dahin geschnurrlt.
Weiter gehts mit Berichten am Abend von Gibraltar.
Bis bald in Linz
Gruss
Helmuth

Hurra, endlich nach fast drei Monaten wieder zurueck in Europa.
Obwohl die Inselgruppe von Flores und Corvo geographisch westlich des Azorenriffs liegen und daher geographisch zu Amerika gehoeren, befinde ich mich politisch bereits in Europa und durfte bei meiner Landung dies auch umgehend bereits verspueren. Da Flores kein Airport of entry ist musste ich einen Grund angeben warum ich hier gelandet bin. Dabei wurde mir eine Liste von Moeglichkeiten angeboten, ich entschied mich fuer die Realistischste und meinte ich habe technical landing declared da ich dringend auf die Toilette musste und ending of daylight war.
Das ist glaubwuerdig, aenderte aber nichts an der Tatsache, das ich wie ein Gefangener ohne Handschellen behandelt wurde und im Polizeiauto zum Hotel gebracht wurde wo ich bis zur Entscheidung aus Lissabon bis Montag Ausgehverbot habe. Auch egal, ich bin froh nach neun Stunden hier zu sein, wieder kurze Hosen tragen zu koennen, nur noch zwei Stunden Zeitdifferenz mit Oesterreich zu haben und nun absehbar bald wieder zu Hause bin.
Das war bis zu meinem Abflug in Neufundland gar nicht so sicher.
Vor lauter Adrenalinausstoss und Nervositaet ohnehin schlecht geschlafen beorderte ich bereits um 5 Uhr 30 das Taxi zum Flughafen, wo der Flugplatz bereits in Nebelschwaden in Morgendaemmerlicht lag.
Schnell noch bei Maci vorbei ein Fruehstueck abgeholt und dann ging zum Wetterbriefing und Flugplanaufgabe.
Das Wetterbriefing haette ich mir lieber erspart, denn das einstuendige Telefonat mit dem Herren in Gander machte mich nur noch nervoeser und wenn das Hotel nicht so teuer und unfreundlich gewesen waere, immerhin wartete ich am Vorabend eine halbe Stunde auf ein Bier und als dies dann noch nicht da war ging ich frustriert spazieren, haette ich wahrscheinlich am Absatz wieder kehrt gemacht und waere zurueck ins Hotel. Aber nachdem die Kraft nach Hause zu kommen doch schon unbaendig zieht entschied ich mich trotz aller Warnungen und Zurueckweisungen von Gander – die wollten mich ohne HF pardue nicht weg lassen bis ich erklaerte damit einverstanden zu sein, das sie mich im Falle einer Notwasserung wegen fehlenden HF- Funkgeraetes nicht suchen werden, dann doch zu starten und so bekam ich die Clearance fuer den Transozeanicflug.
Es wird wohl noch eine Weile dauern bis auch die Kanadier verstehen dass die Kommunikation mittels Satellitentelefon viel sicherer und klarer ist als mit einem HF-Funkgeraet. Ich wollte ja das HF Geraet von Hans Gutmann in Straubing einbauen lassen, aber bei Kohlefaserflugzeugen fehlt die Masse und daher ist dieses zusaetzliche Gewicht wertlos da es ohnehin ohne metallischer Masse nicht funktioniert.
Und so blieb mir nur noch mich von den freundlichen Leuten bei Shell FBO und den Abfluggaesten, die jetzt drei Wochen auf die Erzmine zur Arbeit im Norden Kanadas fliegen, zu verabschieden, in meinen braven Flieger zu steigen und auf Gott und den Rotax zu vertrauen.
Die IFR Clearance fuer die 24 und die Oceanicclearance war rasch
erteilt und so hob meine Dynamic um 1132 UTC die Nase in den nebeligen Himmel von Kanadas oestlichstem Punkt.
Die ersten drei Stunden waren ueber den Nebelschwaden tief unter mir und geschlossener Bewoelkung ueber dem Atlantik relativ unspektakulaer. Schnell war die alte Ordnung im Cockpit wieder hergestellt – der neu reparierte Autopilot funktioniert wieder hervorragend- und Gander Center war mit meinen Positionreports via VHF lange Zeit zufrieden. Zu meinem Erstaunen funktionierte das VHF Handfunkgeraet ueber dem Atlantik sehr lange und ich hatte erst nach zwei Stunden Flugzeit das erste Mal via Satellitentelefon die erste Position zu melden.
Noch weit im kanadischen Luftraum gab mir Gander bereits die Telefonnummer von Santa Maria und als ich das erste mal mit Portugal telefonierte war die Verbindung ploetzlich viel klarer und es stellte sich ein Gefuehl der Erleichterung ein. Vielleicht auch wegen der ploetzlich auftretenden nervoesen Blase die waehrend dieses Fluges zwei mal in Little John erleichtert wurde.
Dieses Gefuehl der Erleichterung sollte jedoch nicht so bleiben, ich wusste ja, gewarnt vom Wetterfrosch in Gander, das da noch was auf mich lauert.
Und siehe da, es war dann nach 400nm endlich da, waere ja zu schoen gewesen wenns so ruhig bis zu den Azoren weiter gegangen waere.
Man kann dies auch ganz gut an meinem Track sehen, als ich ploetzlich Richtung Ost Kurs nahm und die Gewitterwolken umflog.
Als die groebsten Tuerme umfloge waren stellte sich ploetzlich bewoelkter Himmel ueber mir ein und es wurde ziemlich finster im Cockpit.
Die ersten Regenschauer prasselten auf die Plexiglaskanzel und ich sah durch ein blaues Loch am Horizont, oder war es doch dunkelblaugrau?, Hoffnung aufkommen das da weit vor mir ein moeglicher Weg durch geht.
Umkehr war nach dieser bereits lange zurueck gelegten Strecke keine Alternative mehr fuer mich, immerhin habe ich bereits fast den halben Weg ueber den Atlantik hinter mir und ich will ja heim und vor allem in waermeres Gewaesser und stabileres Wetter. Also ich musste da durch.
Fuer jedermann verstaendlich, die Erleichterung war gross als sich das dunkelblaugraue Loch doch als blaue Lichtung erwies und von dort an blue sky and blue ocean sich einstellten. Das heute morgen frisch angezogene T- Shirt war klatschnass durchgeschwitzt und mein Adrenalin fuer die naechsten Monate ausgeschuettet. Ich hab jetzt erst mal fuer die naechste Zeit keinen Bedarf mehr an Adrenalinschocks, auch wenn diese Therapie offensichtlich zum Abnehmen sehr zu empfehlen ist. Ich bin nach dieser Weltumrundung nur noch ein Strich in der Landschaft und mitlerweile weit unter meinem Idealgewicht. Jetzt weiss ich auch warum ich vorher Reserven angelegt habe.
Das Gefuehl, wenn nach neun Stunden Einsamkeit ueber offenem Ozean endlich ein kleiner Felsbrocken in Sicht kommt kann sich jemand, der dies noch nicht erlebt hat, kaum vorstellen.
Die Freude ist unendlich und das Gefuehl fast zu Hause zu sein unbeschreiblich.
In so einer Situation nimmt man die Prozedur der Flugplatzpolizisten gerne in Kauf, sie machen ja nur ihre Arbeit und erklaerten mir wie unangenehm ihnen das immer ist wenn Flugzeuge aus Amerika kommen und wegen Schlechtwetter oder Spritproblemen hier Zwischenlanden muessen und sie dann die unangenehme Aufgabe haben die Leute gruendlichst zu kontrollieren. Hier wurden neben Australien auch erstmals meine Flugzeugpapiere kontrolliert.
Ich kann mit dem Umstand hier in dieser netten Hotelpension fuer 36 Stunden festgehalten zu sein gut leben, immerhin gibt es Internet, gutes, atlantisches Essen, Rotwein und Rauchwaren.
In Kanada wird man echt gerne zum Nichtraucher, bei Preisen von 16 Dollar die Packung und diese nur im versperrten Apothekerschrank in einem zwielichten Eckgeschaeft wo man sich ohnehin wie ein Krimineller fuehlt wenn man rein geht, vergeht einem der Genuss auf eine Zigarette.
Auch egal, ich hab ja jetzt meine Muesliriegel von zu Hause wieder die mir Otmar und Christine nach Kanada mitgebracht haben.
Auf alle Faelle geht es morgen zum Zoll auf die oestlichste Azoreninsel nach Santa Maria und dann vielleicht gleich weiter auf einen, aufgrund der Windscherungen, gefaehrlichsten Flugplaetze der Welt, Madeira.
Wer bei meiner Ankunft am kommenden Samstag dabei sein moechte und aufs Rollfeld gehen will, sollte sich bis Donnerstag bei der Flughafenleitung in Hoersching anmelden. Das Buero von Herrn Ingo Hagedorn nimmt die Anmeldungen gerne entgegen (07221 6001505).
Wer mit mir gemeinsam im Konvoi nach Hoersching einfliegen moechte der sollte am Samstag um 14 Uhr am Flugplatz Gmunden Gschwandt Laakirchen LOLU sein. Dort treffen wir uns und ich gebe dann einen Formationsflugplan nach Hoersching fuer die gesamte Formation auf.
Ich freue mich auf Euer zahlreiches Kommen.
Bis dahin
Gruss von den Azoren
Helmuth

In der Frueh im edlen Lord Nelson doch noch ein Fruehstuek, welches natuerlich nicht im Zimmerpreis inkludiert ist, zu mir genommen und dann gemeinsam mit Otmar und Christine zum Flughafen gefahren. Die beiden setzen ihren Kanada- und USA Urlaub heute ans Festland mit dem Leihauto fort. Otmar war nicht schlecht ueberrascht als er den aufpolierten und glaenzenden Flieger mit den riesigen Zusatztanks im Hangar von Shell sah und konnte es kaum glauben das man auf diesem engen Raum so lange Strecken zurueck legen kann.
Die beiden brachten mich noch zum Hauptterminal da ich meine Einreisekarte von den USA abgeben wollte, nachdem mich bei meiner Ankunft in Kanada weder Zoll noch sonst irgendeine Behoerde kontrollierten. Nach herzlicher Verabschiedung stapfte ich zurueck zu meinem Flugzeug, gab noch rasch den IFR flugplan fuer das naechste Leg auf und war somit bereit zum Aufbruch, wieder ein Stueck der Heimat naeher.
Der IFR Flugplan erwies sich als sinnvoll, erstens galt es gleich nach dem Start eine solide Wolkendecke zu durchstossen und zweitens war dadurch die permanente Funkverbindung sicher gestellt, auch hier funktionierte das Handheldfunkgeraet wieder hervorragend. Leider haben wir den Autopiloten zuvor zu sehr gelobt, Otmar meinte noch ich haette unheimliches Glueck das der Autopilot die ganze Zeit funktioniert, jetzt haben wir es verschrieen. Ich bemerkte unter dem Flug das zwar die Hoehe aufs Fuss genau gehalten wird aber das Flugzeug immer wieder mit dem Wind von rechts hinten abbiegt. Als ich am Knueppel mal probierte verspuerte ich keinen Widerstand vom Servo, damit war klar in der Rollfunktion vom Autopilot ist etwas gebrochen.
Ich steuerte somit in ruhiger Luft ueber der geschlossenen Wolkendecke meine Dynamic ueber Sydney ( keine Sorge ich bin nicht zurueck in Australien) und den Saint Lawrencestrom Richtung Saint John’s, die aelteste Stadt Nordamerikas mit 500 jaehriger Geschichte und ca. 65000 Einwohnern. St. John’s liegt am gleichen Breitengrad wie Voecklabruck und das Wetter ist hier auch aehnlich besch….., mit dem Unterschied das hier bis Mai die Eisberge von Groenland vor die Kueste getrieben werden.
Die Landung in St. John’s war dann spektakulaer. Zuerst mal aus 5000 ft die dicke Wolkendecke durchstossen, ich musste mich ja nur auf die Laengsachse des Flugzeuges konzentrieren, den Descend uebernahm ja noch der Autopilot. Ich war dann dementsprechend erleichtert als ich in 2000 ft Land unter mir sah und der Flugplatz mit seinen gekreuzten Landebahnen in Sicht war. Dies ist hier gar nicht so selbstverstaendlich. Viele Piloten haben mir schon von Anfluegen auf St. John’s berichtet wo wegen Nebels die Bahn bis zum Schluss nicht zu sehen war. Dann wurde ich auf die 24 gecleared obwohl der Wind heftig mit Spitzen bis 25 kts aus 180 kam, dementsprechend war dann auch das Schiebemoment nach dem Aufsetzen, ich dachte schon wieder eine meiner Bremsen sei blockiert was Gott sei Dank nicht der Fall war. Auf der Groundfrequenz war man sich dann lange Zeit nicht einig wo man mich hinrollen lassen sollte und so durfte ich meine Position noch drei mal veraendern bis ich schlussendlich bei Shell FBO fuer 100$ Unterschlupf fand und in deren Hangar auch gleich meinen Autopiloten reparierte.
Die Techniker von Aerospool meinten zwar noch am Telefon ich sollte haendisch ueber den Atlantik fliegen dann wuerde ich noch beruehmter, ich zog es aber dann doch vor der Wurzel des Uebels auf den Grund zu gehen und bald war mit der Sollbruchstelle zwischen Servohebelarm und Servogetriebe auch der Verursacher fuer die Fehlfunktion gefunden. Der abgeriebene Mitnehmersplint wurde mit einem Bohrer herausgebohrt und durch einen 3 mm Bohrer ersetzt, jetzt ist die Sollbruchstelle dauerhaft verbunden, sie soll ja nicht mehr brechen.
Das Servo wieder unter meinem Sitz eingebaut, die Gurten fixiert und der Schaumstoff wieder reingebracht und nach zwei Stunden war diese kleine Reparatur mit einfachsten Werkzeugen auch erledigt.
Im Holiday Inn nahe der Stadt goennte ich mir heute noch einen Ruhetag bevor es morgen bei besseren Wetterbedingungen als es heute der Fall gewesen waere ueber den Atlantik zurueck nach Europa geht. Ich habe mir ausgerechnet, dass ich mit vollen Tanks und alle drei Kanister angefuellt von hier aus direkt nach Hause fliegen koennte, es sind auf direktem Weg 2660 nm, aber da waere ich ja morgen schon daheim und vor lauter Ueberraschung waere keiner bei der Ankunft da. Also doch lieber noch auf die Azoren und nach Malaga, vielleicht eine Landung in Gibraltar vor dem markanten Felsen um dann am kommenden Samstag um 15 Uhr puenktlich in Hoersching zu sein.

Hey Weltumrunderfreunde, das war doch mal wieder ein echt heisser Flug – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn heiss war es tatsächlich. Als ich meinen Flieger aus dem Hangar in Butler schob um die Betankung mit Autobenzin aus meinen Kanistern durchzuführen, erreichte die Cockpittemperatur Spitzen die den Instrumenten nicht mehr bekommen ist und viele daraufhin bis zur Abkühlungsphase den Dienst verweigerten. LCD Displays schalten bei Überhitzung ab oder zeigen nichts mehr an, besonders dafür anfällig das IPad.
Nachdem also 18,5 Gallonen Autobenzin in den Flügeln meiner Dynamic verstaut wurden, (die Kanadier sind schon wieder vernünftiger da kann man mit Liter, kmh und Meter was anfangen, in Amerika ist das alles Fremdwort) fuhr ich meine WT9 mit Propellerkraft in den Hangar der FBO um dort die Ausfuhrformalitäten für meinen Flieger zu klären, da ich ja im nächsten Flughafen die USA verlasse und nach Kanada einreisen werde. Nicht so einfach die Sache. Die Zeit im schattigen Hangar wurde zur Politur genutzt und schlussendlich bekam ich meine Export file number. Also schnell noch in den Flieger und die 140 nm ab nach Norden Richtung Niagara. Kein gross spektakulärer Flug, wäre da nicht das offene Cockpit gewesen. Ich habe das Cockpit während des Warmlaufens des Motors wegen der Hitze noch offen gelassen und nachher im taxi nur angelehnt, nicht verriegelt. Line up, Startzeit aufgeschrieben, Uhr gedrückt und Stachel rein, los gehts. Kaum abgehoben war doch irgend etwas anders als sonst, vor allem war es trotz aktivem, rauschunterdrücktem, elektronischem Headset ungewohnt laut im Cockpit. Ein Blick und siehe da das Canopy ist einen Spalt offen. Da alle Versuche mit einer Hand zu fliegen und mit der anderen die Haube zu schliessen scheiterten – der Sog von Aussen ist so stark, selbst bei Mindestgeschwindigkeit, dass die Kanzel nicht zu schliessen ist, auf geht sie aber wegen des Fahrtwindes auch nicht, aber so bis Niagara fliegen – auch nicht gerade gescheit. Also schnell wieder landen. Mit der rechten Hand den Canopygriff gehalten, mit der linken Hand die Klappen gesetzt, den Gashebel bedient und den Knüppel gehalten und das Fahrwerk ausgefahren – Koordinationsarbeit war gefragt, kaum mit einer Hand auf der Landebahn wieder aufgesetzt und das Flugzeug zum Stillstand gebracht rastete endlich der Haubenverriegelungsbolzen ein und
Ich hasse dieses WordPress, jetzt habe ich drei Seiten geschrieben – eh schon nach Mitternacht und morgen sollte ich wieder vier Stunden im Dreckwetter fliegen – und nun ist mehr als die Hälfte aus unerklärlichen Gründen verschwunden und ich finde den geschriebenen Text nicht mehr. Sollte ich wieder mal so eine Reise machen und diese veröffentlichen dann mit einem Webverantwortlichen zu Hause, das verspreche ich. Aber keine Sorge, meine Reiselust ist nun mal für einige Zeit gestillt.
Also das Ganze halt noch mal.
Also nach dem der Haubenverriegelungsbolzen dann endlich das Cockpit verschlossen hatte, wurde umgehend durchgestartet und die Flugrichtung Nord-Nordost eingenommen. Der Flug selbst war, so wie alle Flüge in den USA, völlig unspektakulär. Der Sendefunk über das Handfunkgerät funktioniert mitlerweile mit Antennenverlängerung zufriedenstellend und der Hörfunk war ohnehin nie ein Problem. Als ich die Kontrollzone von Buffalo erreichte fragte mich der Controller ob ich familiar mit der special flight rule Niagara sei. Die freundliche Frage negierend, aber um kurze Anweisung bittend, bekam ich die Antwort “its nothing else then stay over 3000 ft over the falls and switch over to Unicomfrequency and VFR Squak. Na das war ein einfaches Procedere. Ich blieb also in etwa 1000 Meter Seehöhe über den Wasserfällen und kurvte meine Kreise bis ich mich an dem Naturschauspiel sattgesehen und meine Bilder im Kasten hatte. Dann ging ich wieder auf Buffalo Approach und wählte den ursprünglichen Transpondercode. Auf die 24 von Niagara gecleared wusste ich zuerst nicht wie mir geschieht, da bin ich nun auf die RWY 24 gecleared und fliege ohnehin mit maximaler Klappengeschwindigkeit von 145 kmh an und im selben Moment setzt eine Hercules C130 Militärtransportmaschine zur Landung auf der 06 an. Ich dachte noch das wird jetzt ein Kräftemessen wer der Stärkere ist, aber ich glaube ich hätte den Kürzeren gezogen. Aber die Hercules konnte die Speed so weit reduzieren das ich gerade noch zum Aufsetzen und Verlassen der Landebahn am ersten Taxiway kam und schon quietschten die Reifen der Transportmaschine am Asphalt der Landepiste. So unverkrampft und unbeschwert kann eben Fliegen auch sein. Bei uns wird man für eine halbe Stunde in die Holding über der Traunbrücke geschickt wenn zwei Flugzeuge – was heute eh schon selten vor kommt – sich im Anflug befinden.
Nach der Landung das erste mal in Amerika 3$ !!!!!!! Landegebühr bezahlt, schnell über die Strasse ins Holiday Inn eingecheckt und mit dem Taxi noch bei Tageslicht zu den Wasserfällen gefahren. Die Bilder dieser spektakulären Wasserfälle seht ihr ja selbst.
Auf alle Fälle war dieser Ausflug ein krönender Abschluss meiner einzigartigen Reise rund um die Welt und ich gönnte mir zum letzten Mal in den USA ein gediegenes Abendessen, das ich bei einem Glas Rotwein wieder mit mir selbst geniessen durfte in einem historischen Restaurant nahe der berühmten Wasserfälle. Das grösste Problem einer solchen Reise ist tatsächlich, so wie es Hans Gutmann schon in seinem Buch beschrieben hatte, die permantente Einsamkeit in der Luft und am Abend, wo man das Erlebte mit niemandem besprechen und teilen kann und daher die Eindrücke nicht so tiefgehend sind.
Reisen allein sollte von nun an für immer der Vergangenheit angehören.
Am nächsten Morgen gings dann wieder früh weiter, ein grosses Stück Richtung Osten nach Kanada, auf die Halbinsel Neu Schottland, wo ich Fliegerkollegen Otmar Haring und seine Christine am Abend im Lord Nelson in Halifax treffen sollte.

Das war seit langem mal echte Handarbeit, Speedy Gonzale musste bei diesen Turbulenzen aufgeben und damit war der gesamte Flug mit Handsteuerung, ueber die Sierra, rein in den Yosemite National Park und uebers Death Valley nach Las Vegas. Dabei mussten zwei Gewitter umflogen werden und das neue Funkgeraet, das in San Francisco hervorragend funktionierte, macht nun, nachdem links und rechts von mir zwei Blitze nieder gegangen sind, das gleiche wie das Alte, Rauschen beim Funken im unteren Fequenzbandbereich. Aber dies macht hier in Amerika so und so nicht viel aus, denn es redet am Funk keiner mit dir. Zufaellig traf ich bei meiner Landung in Henderson dann Weltumrunderkollege Bob Gannon mit seiner Lucky Lady Too als er zur Tankstelle rollte. Bob holte mich am Abend zu einer Rundfahrt entlang des Vegas Bulevard ab, damit ich zumindest mal Vegas bei Nacht gesehen habe. Echt beeindruckend was man hier in der Wueste aus dem Boden gestampft hat. Heute gehts jetzt bei 44 Grad Aussentemperatur weiter Richtung Hooverdamm und Grand Canyon.

Gleich vorweg um die Spannung nicht länger über zu strapazieren – ich bin soeben in Los Angeles gelandet, es ist jetzt Mitternacht, und ich habe das erste mal wieder freien WIFI Zugriff seit fast zwei Wochen. Kein Grund sich also Sorgen zu machen. Ich möchte mich trotzdem bei den vielen Webseitenbesuchern die sich um mich sorgen und mir persönliche mails und Gästebucheinträge geschrieben haben herzlich für die vielen guten Wünsche und die aufmunternden Worte bedanken. Aber schön mal der Reihe nach.
Vier Tage in Samoa!
Nachdem mein zweiter Versuch, die intertropical Zone zu durch-, unter- oder überfliegen nicht von Erfolg gekrönt war, beschloss ich wie bereits beschrieben, die Umkehr und entsprechend den Empfehlungen vieler Leute in amerikanisch Samoa, einige Tage im richtigen Samoa, in der Hauptstadt Apia zu verbringen.
Wau, ich habe soeben am Ipad gesehen, dass mein Tracker wieder funktioniert. Ich habe ihn am Pooltisch im Freien aufgelegt um endlich wieder ein Signal zu senden, nachdem er, obwohl eingeschaltet und geblinkt, die ganze Zeit rauf bis Hawaii und auch heute im Airbus 330 und beim Taxi ins Hotel beim Fenster hinaus nicht gesendet hat.
Soeben hab ich auch ein Zimmer zugeteilt bekommen, nachdem ich vor einer Stunde die Mitteilung bekommen habe, dass in der Umgebung vom Flughafen bis nach Hollywood alle Zimmer ausgebucht sind.
Ihr werdet verstehen, dass ich nun um ein Uhr nachts hundemüde bin und morgen den ganzen Tag Zeit habe um die Webseite zu aktualisieren, da ich 20 Stunden auf meinen Flieger zu warten habe, der von Honolulu mit einem Cargojumbo B747 überstellt wird. Dann hab ich die ganze Nacht Zeit um die Flügel wieder zu montieren, damit ich am Donnerstag dann von Los Angeles International, einer der frequentiertesten Flughäfen der Welt, nach Hayward, in der Bucht von San Franzisco fliege um mir dort mein neues Funkgerät abzuholen, nachdem ja das bestehende seit der Landung in Jakarta auf den unteren Frequenzbändern fast nicht mehr wahrnehmbar sendet.

Gruss an alle zu Hause
Helmuth

Kann sich jemand vorstellen, was es heisst, die Stunden zu zählen, nur damit der Tag vergeht, kein Internet, ein Fernsehen im Zimmer mit 35 Kanälen, aber keinen davon kann man länger als 10 Minuten ansehen weil so stumpfsinnig, nichts zu tun, ausser Zeit runter bringen. Jeder Film im Fernsehen – ohnehin nur auf zwei Kanälen wo Filme gezeigt werden, der Rest ist nur Werbung – und dann 5 Minuten Film, 10 Minuten Werbung. Jetzt weiss ich auch warum der Oskarpreisgekrönte Film Gloriat Busters bei uns noch nicht im Fernsehen gezeigt wurde. So viel Schwachsinn zur leidvollen deutschen Geschichte habe ich noch nie gesehen und würde auch jeden halbwegs denkfähigen Europäer abschrecken, aber genau deswegen hat man ihn wahrscheinlich auch für den Oskar nominiert. Hier kann man so einen Schundfilm aber unkritisiert zeigen, man kennt ja nichts anderes. Leider habe ich aus Gewichtsgründen auch keine Bücher mit auf die Reise genommen – ein riesen Fehler wie sich herausstellen sollte. Es gibt doch jetzt diese tollen elektronischen Lesegeräte wo man mehrere Bücher speichern kann und dann bequem eins nach dem anderen liest. Ich hätte so etwas mitnehmen sollen. Auf alle Fälle kam ich mir jeden Tag wie im Film “täglich grüsst das Murmeltier” vor. Wieder ein sinnloser Tag ohne was zu tun, nach dem Aufstehen ein bedeutungsloses “hi how are you, how is your day today?” Eine nette, familiär geführte Pension mit allerlei Haustieren, ein Hahn der morgendlich um Fünf kräht und keinen Schlaf mehr zulässt, ab 7 dann das Motorengeräusch des Laubbläsers der bereits zeitlich begann, den Parkplatz vom Laub, welches Nachts durch den Wind von den Bäumen geweht wurde zu säubern, kein Frühstück beim Zimmerpreis inkludiert wie überall in den USA üblich, auch wenn amerikanisch Samoa nur eine Provinz der USA ist aber nicht zu den USA gehören, und dann noch allerlei Haustiere am Zimmer, vor allem Ameisen.
Das einzige Programm das ich jeden Tag beobachtete war das Wettersatellitenbild im Fernsehen, und das war frustrierend und zusehends schlechter werdend.
Für mich war zu diesem Zeitpunkt längst klar das es nur vier Möglichkeiten gibt um von hier wieder weg zu kommen.
1. einen Ferrypiloten finden der eine Pazifiküberquerung schon öfter gemacht hat und über mehr Nachtflug- und IFR Erfahrung verfügt als ich. Aber dann dachte ich immer wieder daran wie lange man braucht um alle Handgriffe bei den vielen Instrumenten, Tanksystemen, GPS usw. vollautomatisch zu beherrschen, und was so ein Berufspilot mehr auf meinem Flieger tun sollte als ich, schliesslich gibt es nicht viele Piloten die so viele Stunden Flugerfahrung auf einer Dynamic haben wie ich. Diese Option hat sich allerdings schlussendlich ohnehin erledigt, da alle Angesprochenen diesen Job abgelehnt haben. Warum weiss ich nicht, die haben keine Ahnung was sie versäumt haben. Für eine Piper oder Cessna wäre durchaus jemand zu finden gewesen. Die wissen alle nicht was für tolles Flugzeug die Dynamic und für ein zuverlässiges Triebwerk der Rotax ist.
Dann blieb Option 2.: Das Flugzeug selber bis Hawaii fliegen.
Zwei mal hab ich es ja versucht, immer ohne Erfolg. Die Genehmigung für Penrhyn steht immer noch aus, Neuseeland und Rarotonga haben sich hier Zeit gelassen. Für die ursprünglich geplante Route Kanton Island und Palmyra gab es ohnehin bereits ein NO GO von der Regierung aus Kiribati und vom Umweltschutzministerium in Hawaii. Der Wind bläst weiterhin kräftig aus Ost, teilweise aus Nordost und damit direkt auf die Nase, was die ohnehin langen Flugzeiten noch mal verlängert und die Gefahr einer Nachtlandung mit sich trägt. Ausserdem geht das Satellitentelefon oft nur sehr schlecht oder gar nicht, wie beim zweiten Versuch mit Penrhyn und Rarotonga festzustellen war, die GPS fallen teilweise aus, der Tracker geht unzuverlässig und das Funkgerät geht in den unteren Frequenzbereichen fast nicht mehr. Also alles zusammen keine optimalen Voraussetzungen um einen sicheren Langstreckenflug über Wasser und in Wolken zu gewährleisten.
Option 3: Das Flugzeug zerlegen, die Flügel abmontieren, dabei müssen die beiden Ferrytanks raus, damit der rechte Flügelbolzen gezogen werden kann, den Flieger mit WD40 Spray gegen Rost einsprühen, in eine Folie verstretchen und auf einen offenen 40″ open platform Container stellen und diesen dann per Schiff, welches alle 14 Tage den Hafen von Pago Pago, der übrigens der Vulkankrater der Insel ist, Richtung Oakland in der Bucht von San Francisco, verläßt, nach US mainland senden und dort 14 Tage später diesen vom Hafen wieder abholen, verzollen und mit dem Containerlaster zum nächsten Flughafen bringen lassen, dort wieder zusammen bauen und weiterfliegen.
Nachdem lange Zeit keine Wetterbesserung in Sicht war schien diese Option für mich die Vernünftigste, auch wenn ich mich mit dem Gedanken, dass nun mein Flieger 14 Tage auf offener See dem Salzwasserspray ausgesetzt ist nie anfreunden konnte. Ein geschlossener Container kam aufgrund der Abmessungen des Flugzeuges nicht in Frage da die Dynamic mit 660 cm Länge und 252cm Breite weder in der Länge noch in der Breite in einen 20″ Standardcontainer gepasst hätte, da um 18 cm zu breit und um 60 cm zu lang. Der 40″ Container, doppelt so teuer, hätte zwar von der Länge her gepasst, dies hätte allerdings an der Überbreite nichts geändert. So blieb also nur die Transportmöglichkeit auf einem offenen Container, wo der Flieger auf einer Plattform ganz oben auf einem Containerschiff in 40 Metern Höhe steht und nur vorne und hinten durch eine aufklappbare Seitenbordwand geschützt ist, seitlich und oben ist er frei.
Option 4:
Als ich in Pago Pago landete sah ich dann eine Boing 727 Cargomaschine stehen und kam sofort auf die Idee mit diesem Flieger meine Dynamic auszufliegen. Damit würde ich keine weitere Zeit verlieren und könnte die weltgrösste Flugshow und Messe in Oshkosh doch noch rechtzeitig erreichen und pünktlich am 11. August zu Hause sein. Ausserdem bekommt der Flieger kein Salzwasser ab. Von da an waren alle Vorbereitungen auf diese Option gestellt. Die bestellte Containerplattform wurde abbestellt und die Papiervorbereitungen für das Verschiffen wurden gestoppt.
Einen herben Rückschlag gab es dann als die tatsächlichen Kosten die in Aussicht gestellten um das Vielfache überstiegen. Ein persönliches Telefonat mit dem Manager der Cargofirma brachte dann doch eine vernünftige Lösung und so begann ich mit der Demontage der Zusatztanks und der Tragflächen. Dabei konnte ich zum ersten Mal die hervorragende Arbeit der Firma Aerospool an den Zusatztanks bewundern – Gratulation Jungs was hier an Hirnschmalz investiert wurde um Gewicht zu sparen und doch jeden Kubikzentimeter auszunutzen und trotzdem beide Tanks auf einfache Weise ausbauen zu können ist wirklich höchste Ingenieurskunst.
Die nächsten Tage hatte ich ausreichend Zeit um den Flieger und die Tragflächen auch mal von unten ordentlich zu polieren und so steht die Spirit of Africa heute nach 7 Jahren da wie neu.
Ich ging mitlerweile am Flughafen ein und aus so als würde ich zum Personal gehören. Ich musste mir lediglich in den letzten Tagen immer wieder meine ID abholen und konnte so ungehindert passieren.
Als alles bereits auf Abflug eingestellt war kam dann die grosse Überraschung.
Der Flieger war mit seinen 660 cm Länge um 20 cm für die Cargotür der B727 zu lange, erst als wir zuerst mit dem Heck einfädelten und den Flieger drei mal reversierten schlupfte die Dynamic gerade mal in den Frachtraum der Boing. Kurz darauf ging es dann am Jumpseat ab nach Hawaii. Ich hatte ja bereits Lagerkoller nach zweieinhalb Wochen auf Samoa und so war ich froh, dieses Wetter endlich mal nicht nur auf Bildschirmen auf meinem PC oder im Metoffice sondern auch mal in der Realität von oben zu sehen. Obwohl der Spoter eingeschalten in der Windschutzscheibe des Frachters lag wurde doch, wie im Prospekt von Spot angekündigt, die ganze Strecke über nie ein Signal gesendet.

Wie ich bereits kurz bei den Bildern zur Landung in Apia geschildert habe, gabs gleich nach der Landung die erste unangenehme Überraschung. Ich mag das schon wenn man nach der Landung noch nicht mal von den Gurten abgeschnallt und mit der Dokuarbeit fertig ist und schon irgendjemand auf die Cockpitkanzel klopft weil er was will und nicht warten kann.
Ich machte der feisten Lady in black also sofort mal in aller Deutlichkeit klar, dass sie auch nicht zu einem Jet hingehen kann und den Piloten per Leiter auf das Fenster klopfen könne und genausowenig hat das bei diesem Flugzeug und bei mir zu sein.
Darauf meinte sie, sie sei von der Quarantäne und Health Abteilung und sie kann entscheiden ob ich von ihr eine Clearance für den nächsten Flughafen bekomme oder nicht und wenn ich nicht kooperiere verweigere sie mir eben diese Clearance.
Sinn und Zweck ihrer ganzen Anfrage war, ob ich einen Spray mit habe. Damit meinen sie diesen Insektenkiller den man vor dem Öffnen des Cockpits aussprühen muss und neben den Insekten man selber dabei fast drauf geht.
Ich habe später meinen Pilotenkollegen in Pago Pago gefragt ob sie, die diese Strecke bis zu acht mal pro Tag fliegen, jedesmal das Cockpit und die ganze Kabine mit dem Schmarrn desinfiszieren, und er meinte der Trick dabei ist, man hat eine leere Falsche mit dabei und hält den Daumen am seitlichen Indikator damit bei der Kontrolle niemand sieht wieviel noch drinnen ist und sprüht dann halt mit der leeren Falsche herum so dass es aussieht als ob. Würde man dies tatsächlich täglich machen – ganz so als ob Insekten nicht die 100 km zwischen den beiden Inseln von selbst hin und herfliegen könnten – keine Airline würde einen Piloten finden, und wenn, dann ist er innerhalb eines Jahres selbst weggesprüht.
Also um dieses leidige Thema für alle künftigen Weltumrunderanwärter zu erklären – ich habe bei meiner ganzen Reise, obwohl fast überall danach gefragt, weder in Australien noch in Fiji noch in Samoa oder Hawaii einen Spray bei mir gehabt und auch nicht benutzen müssen, genausowenig wie ich irgendwo mit einer Karnevalsuniform mit weissem Hemd und vier Streifen auf den Schultern herum gelaufen bin, selbst nicht in Arabien wo dies angeblich von Vorteil ist.
Aber nun zurück zu meiner Lady in black, also Spray war nicht, die Landung hier war ja nicht geplant, also musste sie, wie das hier, genauso wie in Amerika überall üblich ist, den Boss fragen – selbst denken und entscheiden gibt es ja nicht. Na und der entschied dann, na was wohl? Wenn die Cockpitkanzel nun schon mal offen ist und die Insekten, falls welche im Cockpit als blinder Passagier ohne Reisepass und Ticket bei mir mitgeflogen sein sollten nun ohnehin schon weggeflogen sind, hilft also ein Versauen der Instrumente mit einem Spray auch nicht mehr, und so verzichtete man auf die Prozedur. Aber zuerst mal den ersten Eindruck von einem Land versauen um dann umgehend auf die anfallenden Lande- und Parkgebühren – die hier ohnehin aufgrund der Armut des Landes günstig sind – hinzuweisen. Zu meiner Überraschung gab es hier am Domesticflugplatz sogar AVGAS. Clearance bekam ich aber trotz Bezahlung keine. Ich dachte ich werde sie beim Abflug bekommen. Nachdem dies mit dem Rückflug dann aber so schnell ging wurde von beiden Seiten darauf vergessen und so landete ich in Pago Pago halt ohne diesem Papier, stört auch keinen grossen Geist. Die alte Clearance von vor einer Woche hingelegt und es hats auch getan. Dafür hab ich mir beim zweites mal die Lande- und Zollgebühren erspart, und keiner hat es in der allgemeinen Gemütlichkeit bemerkt.
Dann fragte ich den Taxler, der mich schon seit dem Aussteigen aus dem Flieger ins Visier genommen hat, um ein vernünftiges aber günstiges Hotel. Er meinte ins INZELL FEMMA sollten wir fahren, schlussendlich stellte sich heraus, dass er das Hotel Insel Fehmarn meinte, das von einem deutschen Schiffbrüchigen hier aufgebaut wurde und nun in dritter Generation geführt wird. Es ist schon lustig wie man hier deutsche Worte ausspricht, so ist mein Name bisher auch noch für jeden, inklusive den Amerikanern, zur unüberwindbaren Hürde geworden. Unter anderem erst heute, wo ich mein bestelltes Essen beim Burger King mit dem Aufruf von ELOT, und so war es auf der Rechnung auch aufgeschrieben, abholen durfte, was so viel wie Helmuth bedeutete.
Das Hotel Fehmarn war dann im ersten Augenblick gar nicht günstiger wie das noble Tradewind in Pago Pago, aber um drei Klassen tiefer. Als ich die Frage, ob ich in US Dollar Cash bezahlen könnte, bejahte war dann ein Zimmerpreis ausverhandelt der unter dem von mir maximal vorgeschlagenen Minimum lag – auch mal was seltenes, man begnügt sich mit weniger als der Kunde maximal bereit ist zu bezahlen. Offensichtlich braucht man hier dringend Devisen, der lokale Tolar, auch ausgesprochen wie Dollar, hat keinen Wert. Die einzige produzierende Industrie hier ist die lokale Brauerei Vailima und eine Filiale der Firma Phillip Morris, wo hier diese geminzten Zigaretten hergestellt werden. Der Rest lebt vom Fischfang oder vom Tourismus, der nur sehr vorsichtig gepflegt wird.
Am Abend unternahm ich dann einen Spaziergang die zwei bis drei Kilometer ins Stadtzentrum um wieder mal ein vernünftiges Abendessen, abseits von Burger und Fritten, zu mir zu nehmen. Das Restaurant Peddals bietet sich hier an.
Den Nachhauseweg wollte ich dann doch lieber mit dem Taxi bestreiten und diese Fahrt sollte es dann in sich haben. Ich fragte den Taxler lediglich beiläufig wo hier, heute ist ja Dienstag hier, obwohl ich 100 km entfernt heute am Montag gestartet bin, also am Dienstag was los sei. Darauf hin chauffierte er mich zu einer Bierhalle mit einem Billiardtisch wo sich zwei Jungs beim Billiard vergnügten und eine junge Kellnerin mit ausgeschlagenen Zähnen servierte – nicht gerade das was man unter was los ist versteht. Schnell kippten wir also das Vailima, auf das ich den Taxler eingeladen hatte und dann nahm er mich auf dem Weg zu meinem Hotel zuerst zu sich mit nach Hause.
Und da muss er wohl was falsch verstanden haben – er sprach ja fast kein Englisch sondern nur die Samoasprache. Auf alle Fälle redete er auf seine Frau, seine Nichte, die Freundin seiner Frau und alle möglichen weiblichen Anwesenden auf dem Fussboden in der einzigen Wohnhalle hier ein, eine sollte auf alle Fälle mit mir mitfahren, er würde das schon zusammen mit dem Fährpreis kassieren. So was hab ich in meinem Leben noch nicht gesehen, eine Schar von Kindern, drei Generationen und alle möglichen Verwandten unter einem Dach von einer Hütte mit gerade mal einem, durch eine Wand vom Wohnzimmer abgetrennten Schlafzimmer für die Eltern, alle anderen auf der Matratze oder dem Fernsehsofa schlafend, eine kleine Kochnische wo mit Vorhang getrennt eine schmutzige Duschgelegenheit ist.
Und dieser Mann wollte mir da seine halbe Familie verkaufen nur damit ich Apia in guter Erinnerung behalte und er eine Woche nicht Taxi zu fahren braucht, echt grass.
Die nächsten Tage beschloss ich darauf mit einem Leihauto Vorlieb zu nehmen und erkundete die Insel auf eigene Faust, was hier gar nicht so einfach ist. Die Verkehrsregeln sind hier Linksverkehr wie in England, aber die meisten Autos werden aus amerikanisch Samoa, also mit Lenkrad auf der linken Seite wie bei uns zu Hause, überführt. Die Konfussion endete gleich bei der ersten Ausfahrt vom Hotel mit einer Beinahekolission, ich blickte beim Rechtsabbiegen nach Links und dabei kam beim Rausfahren ein Verkehr von rechts, das war knapp. Leider wurde ich auf der Suche nach einem schönen Sandstrand nicht fündig, die seien alle auf der nächstgrösseren Insel Savaii, aber dort flieg ich nicht mehr hin.
So beschränkt sich meine Erkundungstour auf dieser Insel auf die deutschen Denkmäler, die auf die glorreiche Kolonialzeit durch das deutsche Reich Wilhelms II. hinweisen. Deutsch-Samoa war ja von 1900 bis 1914 deutsche Kolonie, bevor es dann für 50 Jahre die Neuseeländer übernahmen und seit 1964 ein unabhängiger Staat ist. Aber die Deutschen haben in den 14 Jahren allerhand geleistet und hinterlassen. Die Kokosnussplantagen, welche die Kolonialherren anpflanzten um Deutschland mit Kokosöl und Kokosmilch zu versorgen werden heute noch gepflegt und man kann die Abkömmlinge der ehemaligen Kolonialherren heute noch anhand der Hautfarbe deutlich von den Polynesiern unterscheiden. Viele von ihnen tragen auch heute noch Familiennamen wie Schmidt, Grosz und Huber, wenngleich auch leider niemand mehr Deutsch spricht.
Bei meiner täglichen Besichtigung meines abgestellten Fliegers traf ich dann auch den neuseeländischen Piloten Christopher Langton, der hier erst unlängst eine eigene Fluglinie Samoa Air mit zwei Islander Flugzeugen aufgemacht hat und die Leute von der einen zur anderen Insel hin und her fliegt.
Er half mir auch die ganze Berufs- und Ferrypilotenszene von Australien und Neuseeland für einen Ferryüberstellungsflug ausfindig zu machen, aber alle sechs, die verfügbar waren lehnten die Pazifiküberquerung in diese Richtung, bei diesem Wetter, mit diesem Flugzeug ab.
So verliess ich Samoa einen Tag früher als geplant da ja am Sonntag heiliger Dienst ist und der Zoll hier nicht arbeitet. So flog ich dann am Samstag in Samoa ab und landete eine halbe Stunde später am Freitag wieder in Pago Pago.
So und nun muss ich zum Flughafen Los Angeles, Cargoaerea, denn mein Flugzeug landet in einer Stunde und dann gehts zur Nachtschicht zum Zusammenbau, schliesslich wollen wir ja morgen nach San Francisco fliegen.
Bis dann!
Herzlichen Dank an meinen lieben Freund Marc Perdu aus Noumea, Neukaledonien, der ein tolles Video von meinem Aufenthalt dort auf Youtube gestellt hat. Seht Euch dieses Video im Link an.
Thanks Marc for this great Video!!!

Alle guten Dinge sind doch drei und nicht vier, so wie es Reinhard May in seinem Lied besingt. Gestern hab ich es einfach versucht und wollte die 811 nm bis Penrhyn Island fliegen, am nächsten Tag dann weiter über 700 nm nach Kiribati Christmas Island und dann das grosse Leg über 1150 nm nach Hawaii.
Dabei ist der Äquator zu überqueren und damit die intertropikale Konvergenzzone. Drei mal hatte ich ja ziemliches Glück beim Überqueren dieses Wetterbandes, welches sich aufgrund der Corioliskräfte eigentlich dauerhaft stabil rund um den Erdball am Äquator aufbaut. Hier treffen die Kräfte der beiden Pole zusammen und bilden ein stabiles Wolken- und Unwetterband. So dreht sich zum Beispiel ein Tiefdruckgebiet unmittelbar südlich des Äquators nach rechts, während sich ein Tief in unserer nördlichen Hämisphäre bekanntlich nach links dreht. Diese Kräfte prallen also hier aufeinander. Man darf sich das so vorstellen, als ob man einen Globus in zwei Hälften zersägt und die Nordhalbkugel entgegen dem Uhrzeigersinn dreht und die ander Hälfte im Uhrzeigersinn. Die Winde die durch die Reibung an der Oberfläche entstehen prallen im Schnittpunkt aufeinander und türmen die Luftfeuchtigkeit hoch auf. Als ich 2006 bei der Afrikaumrundung von Äthiopien nach Kenia flog hatten wir grosses Glück und konnten von diesem Wetterphänomen relativ wenig spüren, ebenso war es beim Wiedereintritt in die nördliche Hämisphäre, also beim Rückflug. Wie es mir beim Runterflug beim Durchqueren dieses Bandes gegangen ist, kann man ja eindrucksvoll aus meinem Bericht von Leg 16 entnehmen.
Diesmal bin ich 753 nautische Meilen oder fast 1500 km umsonst über Wasser geflogen. Obwohl das Satellitenbild, welches ich kurz vor meinem Verlassen des Hotels noch mal aktualisierte, zumindest für das heutige Leg keine grossen Überraschungen erwarten liess, begann der Slalomflug durch die Wolkentürme bereits nach 200 nm auf offener See und dies in FL100, also fast 3000 Meter über dem Meer. Das Positive von diesem Tag war, dass meine Dynamic erstmals mit dem vollen Gewicht, vollgetankt mit 350 Liter AVGAS keinerlei Unarten beim Abheben und Steigflug zeigte. Selbst auf der “kurzen” Startbahn 08 von Pago Pago mit 1100 Metern, fast gegen den Wind hob meine Spirit of Africa bereits bei 110 kmh die Nase willig in den Morgenhimmel der aufgehenden Sonne entgegen. Auch der Steigflug mit 200 ft/min war für Speedy Gonzales kein Problem, lediglich ein leichtes Hin- und Herschaukeln stellte sich bei zunehmender Höhe ein. Zuerst verflog ich mal 1 1/2 Stunden lang Benzin in 6500 ft und mit geringerem Gewicht und zunehmend höheren Wolken stieg ich dann per Hand auf 10.000 ft um knapp über die ersten Wolkenbänder zu sein. Dabei hebt der Flieger mit zunehmender Höhe und daher abnehmender Luftdichte die Nase und der Anströmwinkel an den Tragflächen nimmt genauso wie der Widerstand zu – die Reisegeschwindigkeit sinkt. Allerdings durfte ich auf diesem Flug bemerken, dass der stetige Ostwind in grösseren Höhen geringer ist als auf Meeresniveau, damit hob sich der Effekt des geringeren Auftriebes am Höhenleitwerk zumindest bei der Geschwindigkeit fast wieder auf.
Dieser Flug war also im wahrsten Sinne eine Lehrstunde in Wetterkunde und Aerodynamik.
Wie ich durch einige Wolkenlöcher sehen konnte, reichten die Wolken im Turmgebiet fast bis an die Wasseroberläche herab und es regnete unterhalb dieser Wolkentürme aus. Ein Unterfliegen der Wolken kam also auf keinen Fall in Frage, noch dazu da hier der Horizont, wie ich aus meinen Flügen über den Golf von Lyon Richtung Malaga bereits erfahren durfte, eins wird mit der Wasseroberfläche und man fast nicht mehr zwischen Meeresoberfläche und Wolken unterscheiden kann.
Es blieb also nur die Möglichkeit drüber zu fliegen, mit einem Turbo sicher kein Problem, rauf auf FL 200, Sauerstoffmaske an und drüber gehts. Mit 100 PS ohne Turboaufladung ist aber leider spätestens in FL 120 Schluss.
Der endgültige Entschluss zur Umkehr war dann über der beeindruckenden Insel Puka Puka gefallen, als ich von dort ab mein neues Heading Richtung Penrhyn einstellte und dort unmittelbar vor mir noch viel höhere Wolken und ein geschlossenes Band vorfand. Mit Rückenwind war dann der Rückflug auch deutlich rascher erledigt und ich entschied mich nun nach Westsamoa zu fliegen, da mit dem nunmehr verflogenen Sprit ja die Landung auf dem kurzen Flugplatz von Fagalii in Apia nunmehr möglich ist und Westsamoa ja deutlich günstiger und interessanter sein sollte als amerikanisch Samoa, wo ich in den vergangenen Tagen ja so ziemlich alles gesehen hatte. Hier warten 350.000 neue Menschen auf mich, und wie ich sofort auf den ersten Blick erkennen konnte, sind diese deutlich gesünder ernährt und schlanker als die amerikanischen Samoaner.
Weiter gehts mit einem Bericht über Westsamoa in Kürze.

Viele von Euch werden sich fragen, was macht der nur so lange dort auf der kleinen Insel im Südpazifik? Eigentlich sollte ich schon längst in Hawaii sein. Ich hinke meinem Zeitplan bereits hinterher und werde dies, so ich pünktlich am 12.08.2012 in Hörsching sein möchte, durch Abkürzungen am Festland USA aufholen müssen. Bereits jetzt steht fest, dass ich meine Besuche in Florida und entlang der Ostküste hinauf auf ein andermal verschieben werde. Amerika ist ja mit dem Flieger nicht ausser Reichweite, und über Grönland, das ist was anderes als eine Weltumrundung, dies kann man immer wieder mal machen und die Schönheiten der USA entdecken. Dafür habe ich jetzt mal im Plan so rasch wie möglich direkt von San Franzisco über Las Vegas, wo mein Weltumrunderfreund Bob Gannon auf mich wartet, direkt zur Airshow nach Oshkosh zu fliegen. Von dort aus sollte ich dann wieder im Zeitplan sein, soferne mir das Wetter nicht noch weiter einen Strich durch die Rechnung macht. Heute habe ich mir mal ein Leihauto genommen und die Insel zu entdecken versucht. Ich bin die 25 km Küstenstrasse in die Hauptstadt Pago Pago gefahren und habe dort am Hafen einen Spaziergang gemacht. Überall sieht man, wie am Festland, unterschiedlichste Kirchen der verschiedensten Glaubensrichtungen, und bereits rasch entwickelt sich jedes Gespräch mit den äusserst freundlichen Inselbewohnern in Richtung Glauben und Zuversicht in Jesus. So meinte heute Morgen die nette Staatsbedienstete – das sind fast alle hier – beim neuerlichen Wetterbriefing und der Frage an sie ob ich entsprechend ihrer meteorologischen Fachkenntnis fliegen sollte oder nicht, ich sollte doch am Sonntag zu ihr in die Kirche kommen und dort Gott fragen, er wird mir die richtige Antwort geben.
So ähnlich ist es mir auch gestern Früh ergangen als ich schon mein Hotel bezahlt und ausgecheckt hatte und mit dem Hotelshuttle in der vollen Finsternis zum Flughafen unterwegs war. Meine Taschen vor die noch versperrte Hangartür gestellt, mutterseelenallein am Flugplatz, versuchte ich noch mein Glück im nahegelegenen Metoffice. Da dies rund um die Uhr besetzt ist, gab mir ein älterer, mit Kaffee wachgehaltener Mann zwar Einblick in die aktuellen Satelliten- und Radarbilder, meinte jedoch, er arbeite nun schon beinahe 40 Jahren hier und möchte seinen Job nicht verlieren daher darf er mir kein Briefing geben, das muss ich schon selber raus finden. Dann erklärte er mir doch zumindest die Zeichenbedeutung und bemerkte, wenn ich heute fliegen sollte würde ich sehr nass werden. Der Mann muss Hellseher gewesen sein, denn kaum ging ich deprimiert vor die Eingangstüre schüttete es wie aus Kübeln und ich wurde auf dem Weg zu meinen Taschen vor dem Hangar klatschnass.
Also wieder zusammen gepackt und erneut auf ins Hotel. Der Mann an der Rezeption war nicht schlecht überrascht als er mich eine Stunde später bereits wieder einchecken sah.
Also doch Zeit für das Fussballspiel Deutschland gegen Italien – vielleicht wäre es besser gewesen ich hätte dies nicht gesehen – und dann den Schlaf nachgeholt den ich die ganze Nacht zuvor vor Adrenalinausschüttung nicht finden konnte.
Als ich Österreich vor knapp sieben Wochen verlassen hatte, waren für mich einige Standpunkte klar. Ich werde, über das ohnehin bei so einem Unternehmen bestehende Risiko keine weiteren erhöhten Risken eingehen. Ich werde den langen Flug von Hawaii nach San Franzisco nur mit Rückenwind oder null Wind durchführen können.
Beide Gegebenheiten sind derzeit nicht vorhanden. Meine tägliche Windbeobachtung zeigt seit vier Wochen ein stabiles Hoch zwischen Hawaii und Californien mit einem konstanten Ostwind zischen 20 und 40 kmh. Dies würde meine Grundgeschwindigkeit von normal 130 kt auf teilweise unter 100 kt bringen und damit meine Spritmengenreichweite zur Erreichung des Festlandes überschreiten.
Die zweite Überquerung der intertropikalen Konvergenzzone, diesmal über einer sehr langen Strecke über Wasser, ist etwas anderes als beim Regenflug von Singapur nach Jakarta. Hier habe ich keinen Funkkontakt, keine Erdsicht, der Spoter funktioniert wegen mangelnder Satellitenabdeckung hier nicht, (ich habe heute bei der Autofahrt die ganze Zeit in der Windschutzscheibe den eingeschalteten Tracker liegen gehabt und es ist kein weiterer Trackingpunkt auf meiner Webseite zu sehen, damit geht er definitiv ab hier nicht mehr, und dies kann bis zum Erreichen des Festlandes so bleiben), mir fehlen von drei GPS Geräten zwei, ich habe also für diese schwierigen Leg nur noch ein GPS. Wenn dies auch ausfällt, bin ich blind, und eine 40 km kleine Insel auf einer Strecke von 2500 km Flug mit stets 50 kmh Seitengegenwind rein durch Navigation mit dem Schnapskompass mit erheblicher Kompassabweichung in dieser Gegend zu treffen, ist reiner Zufall.
Das Flugzeug ist nun mit 259 Liter AVGAS aufgetankt und damit, zusammen mit dem Rest, zum Ersten mal tatsächlich bis zum Rand voll. Ich weiss nicht wie sich der Flieger beim Abheben mit Seitenwind verhalten wird. Dazu kommt noch die lange Flugdauer und die eine Stunde Zeitverschiebung zwischen Pago Pago und Kiribati Christmas Island. 1265 nm wären bei normaler Wetterlage und null Wind mit meinem Flugzeug in genau 10 Stunden erledigt, aber mit diesem permanenten Gegenwind aus Ost muss man mit bis zu 12 Stunden Flugzeit rechnen und damit eine Nachtlandung auf einem unbeleuchteten Flugplatz in Kauf nehmen.
All diese Faktoren zusammen genommen benötigen daher jede Zeit der Welt um sicher wieder zu Hause anzukommen, und es ist daher sicher nicht verkehrt alle Möglichkeiten durchzuspielen und zumindest hier auf optimales Wetter mit vernünftigen Windverhältnissen zu warten. Die Leute hier meinten, ich sollte die Zeit sinnvoll nutzen und einige Tage einen Abstecher nach Westsamoa zu den eigentlichen Samoanern machen. Dort sei alles viel billiger und vor allem echter Tourismus mit schönen Stränden, was man hier auf amerikanisch Samoa vermisst.
Ich sende Euch einige eindrucksvolle Bilder dieser Südseeinsel und verbleibe so lange, auf bessere Bedingungen wartend
Helmuth

Zuerst mal an alle Daheimgebliebenen die sich Sorgen um mich machen. Ich bin gut in amerikanisch Samoa angekommen, auch wenn der Tracker ganz was anderes zeigt und kurz vor der mittleren Insel stehen geblieben ist. Oft kommt es vor, und gerade hier wo ich schwache Satellitenabdeckung erwarten musste, dass der Tracker nur alle halbe Stunde ein Signal abgibt, und da bin ich schon lange gelandet und habe den Tracker auch zusätzlich noch zehn Minuten eingeschaltet gelassen, aber wie man sieht, offensichtlich doch zu kurz.
Leider ist auch hier wieder kein Handykontakt und damit begnüge ich mich mit dem Satellitentelefon, dafür geht seit zwei Stunden das Internet wieder.
Heute bin ich einen Tag jünger geworden!!!!! Ich glaub ich konnte es beim Blick in den Spiegel heute morgen erkennen. Ich habe mit dem Flug von Fiji nach Samoa die internationale Datumsgrenze überflogen und bin jetzt 11 Stunden nach der heimischen Zeitrechnung. Wenn ich allerdings weiter nach Kiribati fliege gehts wieder einen Tag vor und weiter nach Hawaii wieder einen Tag zurück. So wird man ständig jünger, fast wie in der Concorde.
Nun ja, die Fijianer haben mich nach zweistündiger Nervenquälerei zum Flieger gelassen, die Landegebühr war nicht wie versprochen 100$ sondern dann gleich 330$, immerhin 12$ pro Stunde Parkzeit, aber mir wurde es dann einfach zu bunt und ich hatte immerhin 6 Stunden Flugzeit und eine Stunde Zeitverschiebung vor mir und so bezahlte ich widerwillig die geforderten Summen um ja nicht noch einen Tag weiter dort bleiben zu müssen oder Gefahr zu laufen dass es bei meiner Ankunft in Pago Pago finster wird. Und siehe da, als ich mit dem Geld herausrückte, war das Rechnungschreiben schlagartig beschleunigt und die schmächtige Fijianerin die vorher 45 Minuten herumtelefoniert und Gebühren gesucht hatte, war dann in 5 Minuten mit allem fertig. Dann kam der Herr von der Regierung mit seinen sog. Customsgebühren.
Natürlich hatte die Regierung kein Einsehen und aus den in Aussicht gestellten 400$ vom Samstag wurden natürlich die 1500$, allerdings einigte man sich darauf, das dies Fijidollar und nicht US Dollar sind, somit war die Summe dann gleich “nur” noch etwas mehr als die Hälfte. Immerhin auch noch mal 880$ für nichts und wieder nichts.
Dann erklärte ich dem nunmehr sehr freundlichen Herrn aber, das ich mich erkundigt hätte und die Gebühr für eine sog. Gesundenuntersuchung und für Quarantäne aber illegal wären und kein eiziger Tourist, mit denen ich im Hotel gesprochen hatte, eine ähnliche Gebühr zu zahlen hatte und keine Untersuchung stattgefunden hätte.
Da meinte er, die kommen um 11 Uhr eh zum Flugplatz und dann könnte ich mit denen verhandeln. Es war bereits 9 Uhr 30 und ich wusste ich muss innerhalb der nächsten halben Stunde weg, sonst wird es in Pago Pago finster bis ich ankomme.
Also hatte ich den Mann freundlich zu ersuchen, den Betrag für die Beamten der Gesundheitsbehörde treuhändisch entgegen zu nehmen, damit ich nicht auf die warten muss. Nach langem Hin und Her entschied er sich das Geld an sich zu nehmen und mir einen Stempel zur Bestätigung des Erhaltes auf irgend einen Zettel zu drücken. Also noch mal insgesamt 380US$ zusätzlich Wechselspesen, da er ja nun das Geld in Fijidollar wechseln muss.
So, alles bezahlt, endgültig pleite, also raus zum Flieger.
Der steht Gott sei Dank noch genauso da wie ich ihn 41 Stunden vorher zurückgelassen habe.
Request Startup und schnell weg – denkste.
Der Motor läuft bereits, die Instrumente sind hochgefahren, dann heisst es kein Flugplan vorhanden ich soll zum Turm rauf kommen. Verärgert, weil ich ja wusste das von meinem Operator in Deutschland der Flugplan aufgegeben wurde, schaltete ich alles wieder ab und stapfte über rostige Leitern rauf zum Tower. Dort zeigte man mir einen Flugplan für den Vortag der aber seitens meines Operators gleich darauf wieder storniert wurde ohne gleichzeitig einen mit korrektem Datum aufzugeben. Also füllte ich rasch noch einen handschriftlich aus und dann sollte dem ruhigen Überwasserflug, mit einem kurzen Abstecher zur Insel der Firma Red Bull, bzw. zur Privatinsel von Dietrich Mateschitz nichts mehr im Wege stehen. Glaubt mir, es hat mich gewaltig gejuckt, einen technical landing zu declaren und sei es, dass ich aufs Häusl gemusst hätte oder eine Biene im Cockpit war, dass ich dort landen konnte. Aber ich respektierte die Privatsphäre und ausserdem hätte ich wieder durch die Wolken durch von FL 095 absteigen müssen, was ich dann auch nicht wollte. Die Fotos der besten Landebahn im Südpazifik sowie viele neue Bilder aus vorangegangenen Etappen könnt ihr beim Zurückscrollen bis zum Beginn der Reise sehen. Danke Stefanie für das Updaten der Bilder!
Hier auf amerikanisch Samoa war die Landung bei steifem Seitenwind von 65 kmh!!! eine echte Herausforderung. Kurz vor der Landung begann es auch noch zu regnen und der starke Ostwind peitschte die Wellen gegen die Kaimauer, welche die Landebahn vom Meer trennt und mein Flieger wurde direkt bei der Landung von einer Gischt überschwemmt. Der Flieger hat bei der Landung geschoben, dass ich dachte mir reisst es das Fahrwerk aus den Flügeln. Dafür sind die Bilder vom Sonnenuntergang mit dem Regenbogen unmittelbar nach der Landung eine Augenweide. Die Landegebühr fiel mit 20$ auch amerikanisch human aus und die Immigration in die USA war mit 115$ und einem kurzen hallo abgetan.
Es kann hier sein, dass ich länger auf gutes Wetter warten muss. Die Vorhersagen für die nächsten Tage sind nicht besonders, und ich möchte für das lange Leg nach Kiribati Christmas Island keinerlei Risiko beim Überqueren der Intertropikalen Konvergenzzone eingehen. Ausserdem befinden wir uns hier derzeit in der Hurrikansaison, wie mir heute ein Einheimischer von den rund 69.000 Inselbewohnern erklärte. Aber auch wenn die Wartezeit länger sein sollte so werde ich Euch trotzdem mit interessanten Artikel versorgen, ich bin Euch ja immerhin noch einige Berichte aus den vergangenen Etappen schuldig, und für jene die nicht auf mein Buch, welches zur Weihnachtszeit erscheinen wird, warten möchten, gibts dann schon mal vorab ein paar Stories.
Ein Fliegerkollege hat mir heute geschrieben, dass in der Dienstagausgabe ein Artikel über meinen Flug in der Kronenzeitung steht, vielleicht kann mir ja jemand diesen Artikel ausschneiden und aufheben.
Danke
Helmuth

 

Warum muss ich nur hier her fliegen?
Nach zwei wunderschönen Tagen mit meinen neuen französischen Freunden Marc und Christian und den netten Leuten im Hangar der Werft von Noumea auf Neukaeledonien ging meine Reise weiter nach Fiji. Jeder denkt, hier in der Südsee möchte ich auch mal sein. Ja aus der Luft sieht das ganze wirklich wie ein Paradiesgarten aus und man möchte auf jeder der rund 250 Inseln die zu Fiji gehören einen Tag bleiben. Aber leider sieht die Wirklichkeit am Boden der Realität angekommen ganz anders aus. Nach einem ereignislosen und ruhigen Flug, abgesehen vom konstanten Gegenwind von 20 kts in Flugfläche 095, also knapp 3000 Meter über dem rauhen Ozean, den man aufgrund der geschlossenen Wolkendecke nur selten sehen konnte, erreichte ich das vorgelagerte Korallenriff des Fijiatolls. Mein Flugplan leutete auf Nadi, die Hauptstadt von Fiji. Aufgrund eines noch rechtzeitig eingegangenen emails von meinem Weltumrunderkollegen Mirski Wojzech wurde ich jedoch recleared to Nausori, Suva, am anderen Ende der Insel. Also noch mal rund 75 nm über den dichten Wolken und hohen Wald- und Bergebieten der Hauptinsel und dann durch die Wolkendecke durch direkt auf Nausori. Ich dachte mit dieser Umgehung, die zuerst in Noumea nicht genehmigt wurde, den bekannten unangenehmen Einreiseformalitäten und den horrenden Kosten entgehen zu können, – falsch gedacht.
Gleich bei der Landung wurde mir mein Wunsch, in einen der drei riesigen, freien Hangars unterzustellen, verwehrt. Ich musste also meinen Flieger noch mal starten und direkt vor dem Tower abstellen und meine Zollformalitäten erledigen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass Fiji vorwiegend von ehemaligen indischen Sklaven bewohnt wird. Immerhin 750.000 Menschen leben hier auf diesen 250 Inseln, die flächenmässig insgesamt ungefähr so gross wie Oberösterreich sind. So bestätigt sich wieder einmal, dass man im Leben alles zurück bekommt. Ich hätte nie gedacht dass mich Indien doch noch mal einholt.
Bereits bei meinem Flugzeug bei heftigem Bodenwind verlangte man mir 4 Kopien von Gendecs ab, ohne mich mal richtig aus dem Flieger aussteigen zu lassen und vielleicht eine Toilette nach fast 7 Stunden Flug aufzusuchen oder eine Zigarette zu rauchen. Ich wurde umgehend ins Immigrationsgebäude gebeten und dann ging das Ausfüllen unzähliger Formulare los.
Diese unnötige Prozedur hinter mich gebracht, hiess es dann ich möge auf ein Gespräch ins Customsoffice zum Customsdirektor kommen – und dann kams dick.
Er zeigte mir ein email der Regierung, die derzeit nur interimistisch arbeitet, wonach Privatflugzeuge, die an Wochenenden oder vor 8 Uhr oder nach 17 Uhr ankommen mit 1500$ zu verrechnen sind. Verärgert über diese Unverschämtheit führte ich einige Telefonate mit meinem Operator in Deutschland, nachdem hier, anders als in Neukaledonien, Gott sei Dank mein österreichisches Mobiltelefon wieder funktioniert. Nachdem wir ein Arrangement gefunden hatten, wonach ich vorerst “nur” den Preis für eine Boing 737 zu zahlen habe, immerhin 400$, und er bei der Regierung bis zu meinem, nun vorzeitig geplanten Ablug am Montag – verständlicherweise will ich hier keinen Tag länger als notwendig bleiben – nachfragen werde, ob für meinen Mickymausflieger nun doch die 400$ genügen oder ich doch die 1500$ zu zahlen habe, glaubte ich endlich mit dem Taxi ins Hotel fahren zu können. Weit gefehlt!
Kaum war die Regierung mit 400$ ausverhandelt und bezahlt, kam eine Dame mit süffisantem Grinsen auf den Lippen zur Tür herein und meinte sie sei vom Healthdepartement und ich hätte für meine Gesundheit zu zahlen. Ich verstehe natürlich, die Gesundheit muss einem schon was wert sein, immerhin ist die Gesundheitsbranche weltweit eine der grössten Geschäftemacher und damit lässt sich gut verdienen. Also nahm die Lady am Schreibtisch platz und begann auf ihrem, zum fünften mal recycliertem Papierblock eine handschriftliche Rechnung für meine Gesundheit auszustellen. Nach einer halben Stunde war sie mit dem Geschreibsel fertig und ich staunte nicht schlecht, als ich eine Summe von 85$ für eine angeblich stattgefunden Gesundenuntersuchung darauf fand. Unnötig zu erwähnen dass diese Untersuchung natürlich nie stattgefunden hat.
In der Hoffnung, nun aber sicher alles erledigt zu haben, kam bereits der nächste Krausgelockte bei der Tür herein. Diesmal stellte man sich als Angestellter der Quarantäneabteilung vor.
Nichtsahnend was dies nun sein sollte, begann er ebenfalls mit der Schreiberei einer sogenannten Rechnung auf altem Papier.
Ausser Rage verlangte ich nach nunmehr 10 Stunden meine Nerven mit einer Zigarette beruhigen zu dürfen, was mir am Flughafenvorfeld und im Flughafengebäude verwehrt war. Ich wollte einfach raus vor das verfallene Flughafengebäude um endlich eine Zigarette zu rauchen. Der ebenfalls sehr selbstbewusste junge Polizeibeamte stellte sich mir in den Weg und meinte, bevor nicht alles bezahlt ist, komme ich nicht vor diese Tür. Somit war es wieder nichts mit der Zigarette und ich ging zurück ins Büro des Zollbeamten. Nach 5 Minuten hatte der Polizist ein Einsehen und kam mit Handschellen an und meinte, wenn ich diese anlege dürfte ich gemeinsam mit ihm vor das Flughafengebäude gehen und eine rauchen, worauf ich gerne auf den Nikotingenuss verzichtete.
Schlussendlich wurde ich nach 2 Stunden Nervenqualen zum Taxi entlassen und wir vereinbarten, am Montag morgens vor meiner Abreise weiter über die Kosten zu reden, wobei er noch meinte, es kann sein, dass dann die Gebühr von 1500$ zwei mal fällig ist, da ich länger als drei Stunden auf Fijiboden bin. Mal sehen was da morgen noch auf mich zukommt. Ich will hier auf alle Fälle schnell weg, und meinen konfiszierten Flieger wieder haben.
Die Taxifahrt ins 40 km entfernte Novotelhotel in Suva war dann mit einem verständnisvollen jungen Taxifahrer, dessen Vorfahren ebenfalls vor drei Generationen von den Briten als Sklaven hierher geschleppt wurden, für 50$ recht angenehm, und er meinte noch, mit meinen 2200$ hätte ich nun das Monatseinkommen von 5 Fijibewohnern bezahlt.
Da dies meine letzten Dollarreserven waren und ich erst jetzt mit Samoa auf amerikanisches Hoheitsgebiet komme, ersuche ich jeden Besucher, Freunde, Sponsoren und Wohlgesonnene auf meiner Webseite 10 oder 20 € zu spenden damit meine Weiterreise stattfinden kann und ich neben der fliegerischen Herausforderung nicht auch noch die finanziellen Sorgen zu bewältigen habe.
Leider sind bis dato nur 160€ an Spenden, und dies von insgesamt drei Personen, eingegangen. Ich finde dies für ein Land wie Österreich beschämend!
Ich hoffe Euch übermorgen von amerikanisch Samoa Positiveres berichten zu können und danke bereits für nunmehr zahlreiche Unterstützung.
Gruss aus dem genau anderen Ende der Welt
Helmuth

Hallo lieber Fliegerfreunde und Beobachter meiner Weltreise. Nach einigen Tagen Erholung bei meinem Weltumrunderfreund Bill Finlen und seiner lieben Frau Jennifer in Boonah, direkt am Airstrip des hiesigen Flying Tiger Aeroclubs, wo ich von nun an auf Lebzeiten zum Ehrenmitglied ernannt wurde, beginnt morgen die zweite Haelfte meiner Erdumrundung mit dem herausfordernsten Stueck, die Pazifikueberquerung.
Nachdem mich heute, nach nur sechs Tagen Transportzeit das UPS Paket aus Oesterreich mit meiner Rettungsinsel und dem Entsalzungsgeraet erreicht hat gehe ich nun gut vorbereitet und mental gestaerkt an diese neue Herausforderung heran. Meine Wintererkaeltung aus dem australischen Winter habe ich ebenfalls fast auskuriert und die Spirit of Africa hat dank dem hier ansaessigen Rotaxservicetechniker Richard Eacott neben neuem Oel gleich auch noch neue Zuendkerzen und Filter und eine ordentliche Waesche und Politur bekommen. Danke von dieser Seite an Richard Eacott der dieses 100 Stundenservice sehr gewissenhaft und noch dazu kostenlos gemacht hat. Thank you Richard!
Eigentlich schien das Unternehmen bis zum heutigen Morgen ja zu scheitern oder zumindest eine kraeftige Verzoegerung im Zeitplan zu erfahren. Zuerst hiess es die Rettungsinsel kann nicht von Oesterreich transportiert werden da sich darin eine Treibgaspatrone befindet. Ich weiss zwar noch nicht wie, aber irgendwie hat es Herr Filzmoser von der Spedition Marehard Wuger aus Voecklabruck dann doch geschafft das Paket in einen Flieger zu bekommen, und als es hiess es muss wieder retour an den Absender, war es bereits in Philadelphia. Zwei Tage spaeter dann bereits in Sidney und heute nun in Brisbane wo wir es durch einen Freund von Bill, Ken abholen konnten. Danke an Herrn Filzmoser und Ken, dass dies doch noch moeglich wurde!
Und so konnte ich mich heute doch auf das Wesentliche konzentrieren und das war das Betanken mit meinen mitgebrachten Kanistern mit Autobenzin von der Tankstelle, da dem Rotax das viele AVGAS, wie man an den Zuendkerzen nach nur 50 Flugstunden seit Thailand sehen konnte, gar nicht schmeckt. Die Zuendkerzen wiesen erhebliche Bleirueckstaende, wie es im AVGAS Flugbenzin enthalten ist, auf und es braucht nun wieder einige Flugstunden mit normalem, unverbleitem Autobenzin um den Motor von diesen Bleirueckstaenden zu reinigen.
Ken brachte mir nicht nur mein UPS Paket aus Brisbane, er half mir dann auch noch beim Polieren meiner Dynamic und erstellte einen Bericht ueber mein tolles Flugzeug und meine Reise rund um die Welt fuer das australische Sports Pilot Magazin.
Leider konnte er meiner Einladung zum Abendessen gemeinsam mit Bill und Jane aus Termingruenden nicht folge leisten.
In wenigen Stunden leutet bereits der Wecker und dann warten neben buerokratischen Ausreiseformalitaeten in Gold Coast Airport Cullingatta bereits meine Dynamicfreunde aus Frankreich, Marc und Christian, die letztes Jahr ihre Dynamic von Paris nach Neukalledonien geflogen hatten, in Noumea auf mich.
Mit Euren positiven Gedanken zu Hause und kraeftigem Daumendruecken die naechsten Tage werden auch die langen und einsamen Fluege ueber die groesste Badewanne der Welt gut vorueber gehen.
Da der Traker ueber dem Pazifik nicht ueberall Satellitenabdeckung hat kann es sein, dass meine Flugbahn nicht immer vollstaendig nachverfolgbar ist, also keine Sorge beunruhigt zu sein, ich werde mich von den einzelnen Suedseeinseln, so oft ich Internetverbindung habe, natuerlich mit meinem Logbuch bei Euch melden und Euch so an den Schoenheiten der Suedsee teilhaben lassen.
Bis dahin liebe Gruesse in die Heimat
Helmuth

Einige interessante technische Daten zur Halbzeit:

Bisher zurueckgelegte Strecke von Linz bis Brisbane 11.795,6 nm oder 21.939,81 km
Bisherige Flugzeit 97 Stunden 8 Minuten
Bisher verbrauchte Spritmenge 1798 Liter
Durchschnittsgeschwindigkeit 121,50 kts oder 226 km/h bei durchschnittlich 8 km/h Gegenwind
Durchschnittlicher Spritverbrauch 18,51 Liter/h

Das war einer der schoensten Fluege meines Lebens!Echt geil. Zuerst war die Ueberraschung mal gross, als bei einem Zimmerpreis von 195$ das Fruehstueck nicht inkludiert ist und ich noch mal extra 18$ fuer Fruehstueck zu zahlen hatte. Nun aber schnell die Rechnung, bevor es noch hoeher wird, und dann ab zum Flughafen. Der gestern von mir organisierte Taxler aus Pakistan war natuerlich nicht wie vereinbart da, so nahm ich kurzerhand ein anderes von der Strasse und hatte neben einem guenstigeren Faehrpreis als am Tag zuvor noch dazu ein interessantes und informatives Gespraech mit dem Fahrer.
Vanessa, meine freundliche Hilfe am Airport, die sogenannte Airport Duty Managerin, wartete bereits auf mich und fuehrte mich durch die notwendige und ohnehin geringe Buerokratie und hat nicht einmal die sonst ueblichen 29 $ Landegebuehren von mir verlangt, da sie den karitativen Zweck des Fluges unterstuetzen wollte und ausserdem in meinen Flieger verliebt war.
Beim Flugzeug angekommen fand sich ein junger Mann mit Airportweste ein. Es stellte sich heraus dass es Hamish Parsons war, ein Angestellter der Zollkontrolle, die mit ihren Zweimots permanent in der Timorstrasse herumfliegen und auf 123,45 MHz, der internationalen Frequenz auf offenem Ozean erreichbar sind. Hamish war mit an Bord der Maschine die fuer mich das Relais fuer Brisbane Center machte als ich gerade 120 nm vor der Kueste Australiens war und sehr froh gewesen bin, nach drei Stunden ueber Wasser endlich jemanden zu hoeren. Hamish meinte auch, ich haette mich sehr erleichtert angehoert, als ich sie am Funk hatte. Jemand der noch nie lange Strecken ueber Wasser geflogen ist kann sich das Gefuehl nicht vorstellen welches man empfindet, wenn man weiss, wenn jetzt der Motor ausfaellt dann ist die Chance zu ueberleben gleich null, noch dazu wo meine Rettungsinsel erst in Brisbane auf mich wartet. Umso erfreuter war das Zusammentreffen heute morgen als Hamish meinen Flieger sah und sich nicht vorstellen konnte, wie man damit so weit fliegen koennte.
Danach fanden sich noch einige andere mehr bei meinem Flugzeug ein und jeder wollte Details ueber die Reise wissen. Hilfreich war dann ein Angestellter von einem Charterunternehmen am Darwin Airport, der mich noch kurz mit in sein Buero nahm um die Beschraenkungsgebiete rund um Darwin zu ueberpruefen und einen Flugplan aufzugeben.
Die restricted Aereas waren an dem Tag alle nicht aktiv und Flugplan fuer VFR Fluege, selbst wenn sie von einem Intl. Airport ausgehen, sind in Australien nicht notwendig und so ging es sehr spaet um 11 Uhr endlich los zu einem 786 nm Leg. Es gibt in Australien keinen Funk, weder bei der Ankunft noch unterwegs, und so konnte ich ueber sechs Stunden ungestoert Musik auf meinem Headset hoeren. So einfach kann Fliegen auch sein. Etwas verunsichert war ich ueber die spaerlichen Wolken 250 nm vor Ayers Rock, da ich gestern Abend im TV von erwarteten Tornados in Perth erfahren hatte und der Raum Sidney noch nie einen so feuchten Juni erlebt hat wie heuer. Normal ist es um diese Zeit, besonders im Northern Teritorry voellig trocken, regen beginnt hier erst im November.
Ich habe noch nie so viel Nichts gesehen, unendliche Wueste. Ich kenne das nur von Namibia wo sich die Kalahari aehnlich weit erstreckt und von vergleichbarer Gestalt ist. Aber das Farbenspiel der unterschiedlichen Erden hier und der absolut wolkenlose Himmel die ersten 500 nm machten den Flug trotz 35 kmh Gegenwind zu einem reinen Vergnuegen und die Zeit verflog mit Satellitentelefonaten mit Freunden in Oesterreich wie im Flug.
Kurz vor Sonnenuntergang erreichte ich dann den impossanten Koloss des Ayers Rock, gehuellt in abendliches Rot. Ein einzigartiger Anblick eines Kulturdenkmals. Die Landung bei untergehender Sonne war dann unbeschwert und der Empfang freundlich. Leider ist Australien das bisher teuerste Land das ich auf meiner ganzen Reise erleben durfte. Dagegen ist die Schweiz eine echte Okassion.
Morgen frueh gehts dann zur Wanderung bei Sonnenaufgang rund um den Uluru (Ayers Rock) und dann gleich weiter Richtung Brisbane.
Bis dahin gruesst Euch alle
Helmuth

Na, das war ja vielleicht ein Flug, Gott sei Dank wusste ich vom Wetter nicht ganz genau vorher bescheid, sonst wäre ich wohl noch einige Tage in Singapur geblieben. Aber mein Internetaccount war nur für 24 Stunden und so war ich seit gestern 18 Uhr abends offline und habe nur irgendetwas Gewaltiges vom Westen her aufziehen gesehen, wusste aber um 5 Uhr früh, als ich mit dem Taxi zum Flughafen losfuhr, nicht wo und wie stark die Sache nun ist.

Aber das sollte ich ohnehin bereits 1  1/2 Stunden später erfahren dürfen.

Zuerst mal die Hotelrechnung bezahlen. Ich bekomme zum ersten mal keine Rechnung, sondern nur eine Storno meiner 50 $ Deposit mit der Visakarte. Ich darf aber nicht erfahren wieviel mir nun abgebucht wird - ungewöhnlich wie ich meine. Ich kann mir meine Rechnung im Internet downloaden meinte die junge Dame an der Rezeption. Dann mal dem Taxifahrer in aller Herrgottsfrüh erklären müssen wo es zum Flugplatz geht - er war nämlich noch nie auf diesem Airport hier. Verständlich es gibt in dem kleinen Stadtstaat ja auch 5 Flugplätze und nur einer ist für die General Aviation.

Dort angekommen geht die Immigration und das Bezahlen der Lande- und Parkgebühr (ganze 8 Dollar – Singapurdollar versteht sich, und die darf man nicht Cash bezahlen sondern mit Karte, ich bestand allerdings darauf meine Singapurdollars los zu werden, die Dame mit Kopftuch akzeptierte dann widerwillig – ich hab noch nie jemanden so ungern echtes Geld entgegen nehmen sehen, sie wollte par due die Plastikkarte). Lustig war auch als sie nach meiner Flugzeugtype fragte um die Kosten zu erheben – sie hatte eine unendlich lange Liste mit Flugzeugtypen in ihrem Computer – aber eine WT9 war nicht dabei. Dann meinte ich ähnlich einer DA20, dass es aber eine DA20 von Falcon als Jet gibt wusste ich nicht und so wäre schlagartig die Gebühr für einen vollen Jet heraus gekommen, na manchmal fühle ich mich ja auch so behandelt wie ein Jet, vor allem bei manchen Handlinggebühren. Nicht aber so hier in Singapur, hier war es mit 8$ echt günstig, und das ohne Handler, der war in der Früh auch noch nicht da.

Und so war ich um 6 Uhr 30 bereits draussen am Rollfeld bei meinem Flieger, noch stockdunkel und feuchter Nebel in der Luft. Um 23 Uhr 6 Minuten UTC, also noch am Vortag, hob ich dann bei aufkommender Morgendämmerung die Nase gegen Westen in den dunstigen Himmel von Singapur – ahnungslos was da jetzt auf mich zukommen sollte.

Ich machte mir über das Wetter hier auch keine grossen Kopfzerbrechen mehr, glaubte ich doch nun das Ärgste überstanden zu haben und laut den Satellitenbildern der letzten drei Wochen war ab Singapur permanent Skyclear, also dachte ich mit dem Überschreiten des Äquators ist es nun endgültig mit aufziehender Mittagsquellbewölkung und dgl. vorbei – falsch gedacht.

Aus dem Morgennebel von Singapur war ich ja gleich draussen und durfte, vorbei an vielen Airlinern am Singapur Intl. auf 7000 ft steigen, bei Aufziehen der ersten Wolken am Horizont ersuchte ich umgehend um Freigabe für FL100 und blieb damit auch eine Zeit lang aus der Suppe und hatte noch dazu seit langem wieder zum ersten mal gewaltigen Rückenwind, was sich am Fahrtmesser über Grund mit 145 kt bemerkbar machte. Mein Estimate für Halim war dazumal 0258 UTC, wenn es so schön weiter gegangen wäre, geworden ist dann daraus 0420, also 1 Stunde und 22 Minuten mehr.

Kaum den Äquator überflogen und einen gepflegten Schluck aus der mitgebrachten Äquatortaufebierdose getrunken  (Schnaps hab ich diesmal keinen mitgehabt so wie in 2006 als Sepp und ich in Kenia den Äquator überflogen haben und zur Äquatortaufe einen Schluck vom mitgebrachten Selbstgebrannten zu uns nahmen) und schon ging die Rundreise rund um die schwarzen Wolken los, erst mal vor PKP raus aufs Meer, da schauts noch am Hellsten aus, muss ich halt später unten wieder auf Kurs gehen. War aber nicht, später unten wurde es noch unangenehmer. Also so lange ich noch Sicht  auf meiner rechten Flügelseite habe, die ohnehin nur wegen dem Zusatztank schwer einsehbar ist, noch mal rüber Richtung Festland, da prasselte aber schon der Regen auf die Abdeckhaube. Irgendwie erreichte ich dann im Slalomgang die vorgelagerte Insel mit dem Flugplatz Pangkalpinang, noch immer in FL100 , da sah es am Horizont ganz annehmbar aus und ich hatte immer auf der rechten Seite, 120 Grad von meiner Flugbahn abweichend Licht am Horizont, auch wenn die Sicht nach vorne in Regenwolken war und der Boden unter mir zusehends bewölkt wurde.

Leicht verunsichert wurde ich durch die permanenten Funksprüche der Airliner die, due to weather, ihren Kurs veränderten.

Aber ich hab ja nur noch 240 nm und das ist ja nicht weit, eh nur 460 km, da sieht man bei uns zu Hause von den Bergen ja schon fast hin. Auf alle Fälle, irgendwann wurde es dann so weit (der Mensch gewöhnt sich ja bekanntlich an alles), dass mir das Prasseln des Regens und die fehlende Sicht nach vorne nichts mehr ausmachten und ich von Jakarta Controll nun Richtung Osten dirigiert wurde und ich mich einfach dann per Radarvektoren leiten liess. Ich hatte nur noch am Autopilot die jeweiligen Headings einzustellen und machte mir keinen grossen Kopf mehr darüber was nun wenn wäre ….

Unsicher wurde ich nur, als mich der Controller in den Wolken auf anderen Kurs dirigierte um dem Linenverkehr, der in gleicher Höhe auf meiner 11 Uhr Position ist, auszuweichen.

Zu allem Erschrecken hustete dann auch noch der Motor zwei mal über dem offenen Wasser. Ich war 60 nm outbound, könnte also bei einem Motorausfall das Festland nie erreichen und die Rettungsinsel ist gerade mit der Post unterwegs nach Australien. Die hab ich nicht die gesamte Reise mitgeschleppt. Schnell also in FL100 bei 12 Grad Aussentemperatur die Vergaservorwärmung gezogen und auf den linken Flügelhaupttank umgeschaltet und die elektrische Benzinpumpe dazu um den Benzindruck zu erhöhen. Mir wurde gesagt, wenn man nicht sicher ist welche Spritqualität man getankt hat und es in grossen Höhen zu Dampfblasenbildung im Benzinschlauch kommt, dann kann man mit erhöhtem Benzindruck dem vorbeugen. Es war diesmal aber keine Dampfblasenbildung sondern es war echte Vergaservereisung in den Wolken, und das am Äquator!!

Mit vorgeheiztem Vergaser gings also dann besser, ständig ein Auge auf die nasse linke Tragfläche ob hier nicht auch Vereisung entsteht, aber bei 12 Grad Aussentemperatur sollte das hier nicht passieren, ist Gott sei Dank auch nicht. Bei uns zu Hause wäre so ein Flug ohne Vollenteisung nicht durchführbar.

Wie ein Airliner gevectored durch und in die Wolken rein - mein Stormescope zeigte glücklicherweise keine CB Bewölkung mit Entladungen an –  ging es dann im Decend Richtung Festland. Ich hielt nur den Knüppel zur Unterstützung des Autopiloten bei den Turbulenzen in den Wolken. Bei 3000 ft über Grund konnte ich zu meiner grossen Erleichterung das erste mal so was wie Reisfelder unter mir erkennen und rein nach meinem unbezahlbaren Garmin 795 orientierte ich mich an der Verlängerung der Pistenrichtung hin zur Runway 24 von Halim, Jakarta, als wiederum mein Headset Anzeichen zeigte den Geist aufzugeben. Überstellt von Approach zur Towerfrequenz meinte er ich sollte established on ILS und Runway in sight melden. Der gute Herr wusste nicht dass ich keinen ILS Empfänger im Flieger habe, und mit visibility 3 nm hace hatte er auch recht. Ich zoomte mir also den Landebahnverlängerungsindikator auf meinem GPS so weit wie möglich heraus und versuchte ganz gerade auf dem grünen Strich zu bleiben, dann müsste ich ja irgendwann die Piste sehen können. Als ich nur noch 2,4 nm to go hatte und immer noch keine Piste in Sicht war, freute ich mich plötzlich als vor bzw. schon eher unter mir die Blitzlichter aufblitzten und ich noch um 500 ft zu hoch und nur 50 m seitlich war. Also noch mal schnell im Endteil einen 360 eingelegt und schon war ich auf der 3 km langen Piste gelandet.

Mein Handlingagent Bagus von Sari Rahayu Biomeantar  erwartete mich bereits und, der von Ismail aus Kuala Lumpur über meine Ankunft informierte Chepy Nasution meinte, ich sei zu früh da, er wird auch gleich kommen. Ich sollte in seinem Büro auf ihn warten. Dass ich auf dem Flug von Singapur nach Jakarta in der Zeitrechnung wieder eine Stunde zurück geflogen bin hatte ich nicht bedacht. Der Zeitunterschied zu uns liegt hier bei nur mehr 5 Stunden, nicht 6 wie in Singapur. Die Immigration verlief dank Bagus reibungslos, auch wenn der Beamte mich unbedingt persönlich sehen wollte und mich eindringlich fragte ob ich diesen Flug tatsächlich weiter fliegen wollte und was da meine Familie dazu sagt. Dann liess er es sich nicht nehmen, bevor er mir die notwendigen Stempel gewährte, mit mir raus aufs Rollfeld zu gehen und ein Foto mit meinem Flugzeug zu machen.

Ich wechselte an der Wechselstube 150$ in Rupy und war zum ersten mal in meinem Leben Millionär, auch wenn es nur Rupy sind. 1 Million Rupy sind rund 110$.

Schnell noch eine Hühnersuppe mit viel Reis, ein Essen in Indonesien ohne Reis ist kein Essen, meinte Nurachman Pudjo Basuki, ein ehemaliger Airlinerkapitän, Fluglehrer und Freund von Chepy der auch schon Hans Gutmann 1996 betreute und sehr betroffen von der Kenntnis des Ablebens von Hans war.

Er meinte zu meiner Erleichterung, heute morgen seien alle Ausbildungsflüge wegen IMC Wetter abgesagt worden.

Dann gings durch Rushhourverkehr ins Hotel wo erst mal ein Mütze Schlaf angesagt war.

 

Liebe Freunde und Beobachter meiner Weltumrunderwebseite. Ich bin Euch in letzter Zeit einige Berichte schuldig geblieben. Dies lag nicht immer an mir, sondern meist hatte ich keinen Internetzugang oder, wenn doch, dann konnte ich, wie in Thailand nur empfangen aber nicht senden.

Nun bin ich aber nach einem sehr schwierigen Sichtflug durch tropische Gewitter sogar einen Tag vor Plan in der Hauptstadt von Malaysia, Kuala Lumpur, einer 7 Mio. Metropole eines über 30 Mio. Multikultivolkes, gelandet und geniesse die Annehmlichkeiten der westlichen Welt. So unter anderem auch ein schnelles Internet, was mir die Möglichkeit gibt Euch über die letzten zwei Wochen meiner aussergewöhnlichen Reise zu informieren.

Aussergewöhnlich in jedem einzelnen Sinn des Wortes.

Nicht nur , dass ich zu Beginn meiner Reise unheimlich viel Glück, sei es nun mit Wetter und Rückenwind, sondern auch mit Gastfreundschaft und Preisnachlässen erfahren durfte, wandelte sich dies, ab dem Moment wo die Streckenführung von ostwärts Richtung Süden sich änderte dann doch dramatisch.

Begonnen hat es bereits mit dem Abflug von Pakistan nach Nagpur in Indien, wo ich bereits am Rollhalt zur Startbahn stand und wieder umdrehen durfte, da Ahmedabad in Indien die Überflugsgenehmigung nicht erteilte. Ich habe ja aus gutem Grund nur einen Stop in Indien eingeplant und Ahmedabad aus berühmt berüchtigten Erzählungen anderer Weltumrunder absichtlich von meinem Reiseplan gestrichen, ausserdem gibt es neuerdings ohnehin keinen Sprit mehr dort, und somit kann man sich die bürokratische Prozedur dort gerne sparen.

Wohl etwas beleidigt, dass ich dort keinen Besuch abstatte, liessen sie mich eine Ehrenrunde am Taxiway von Karachi drehen, um mir, kurz nachdem ich wieder auf meiner overnightparking position den Motor abgestellt hatte, dann doch den Überflug nach Nagpur zu gewähren.

Der Flug nach Indien verlief dann wieder Airlinerlike, völlig ruhig und aussschliesslich durch Speedy Gonzales, mein zuverlässiger Autopilotkollege am rechten Sitz. So als wären Wolken bereits völlig abgeschafft worden, konnte ich dann doch 250 nm vor Nagpur ein paar seltene Exemplare dieser aussterbenden Spezies kennen lernen, dies aber dafür gleich mit solcher Heftigkeit, dass Speedy den Dienst quittierte und an mich übergab. Mit +2,3G und  0,6G  sollte dies aber noch lange nicht der Höhepunkt der gesamten bisherigen Reise gewesen sein.

Und so landete ich nach 5 Stunden und 53 Minuten und zurückgelegten 708,6 nm durchschwitzt in Nagpur, relaxt darüber was in den kommenden Stunden wohl auf mich zukommen wird. Ein guter Rat von Weltumrunderkollege Matevz Lenarcic aus Slowenien, den ich kurz vor meiner Abreise noch in Marburg treffen durfte, war, dont worry about India and keep all time relaxed.

Na das probieren wir doch gleich mal aus.

Abgesehen davon, dass man diesen Kauderwelsch, den die hier in Indien sprechen, und so gar nichts mit Englisch zu tun hat, ohnehin nicht versteht, sie aber felsenfest behaupten es würde sich um so was ähnliches wie die englische Sprache handeln, konnte ich gleich mal die ersten zwei Stunden auf der zugewiesenen Parkposition Nr. 16 niemanden erblicken. Ausser den Wachmann im nahe gelegenen Wachtürmchen.

Also was tun bei 45 Grad und 90% Luftfeuchtigkeit? Leiberl ausziehen, ist ohnehin schon zum auswinden, Taschen aus dem Flieger, Kanister vom hinteren Frachtraum raus, und dann mal 2 Stunden Flieger polieren. Die gute Spirit of Africa hat es ja auch redlich verdient.

Dabei musste ich auf der rechten Unterseite des Flugzeuges bislang unbekannte bläuliche Kalkspuren entdecken. Ich dachte mir einfach noch nichts weiter dabei.

Nachdem ich bereits fünf mal die nette Lady per Funk am Tower nach einem Refuelingpersonal angefunkt hatte – ich war höflich und meinte sie hätte eine so nette Stimme am Funk – kam dann doch mal jemand von der Indian Oilcompany mit einem Jeep daher und fragten mich ob ich Gendecs hätte. Na klar, wer kommt den nach Indien und hat keine General Declarations dabei, das muß ja wohl ein Anfänger sein.

Also gleich mal 6 Kopien dieses wertvollen Papiers ausgehändigt und schon ging die Schreiberei, Stempelei und Unterschreiberei los. Alles natürlich noch auf der harten Unterlage des Tragflügels, versteht sich.

Sodann wurde mir klar gemacht, daß dies hier der einzige Platz in Indien ist der AVGAS hat und refueling nur von mir selbst zu erledigen sei, helping hand gibt es nicht. Na gut dachte ich mir, was solls ich werd die 200 Liter edles AVGAS schon irgendwie alleine aus dem Fass bringen. Hab ja alles dabei, inklusive Handpumpe, welche ich auch noch sinnloser Weise von zu Hause mitgeschleppt habe. Ja, wie aber kommt nun das Fass zum Flieger, das ist auch nicht im Spritpreis inkludiert. Ja ich soll mir selber zusehen, wie ich zu einem Karren oder Anhänger komme und diesen quer über das Rollfeld und die Abstellfläche ziehe. Gehen ist aber nicht, man darf sich hier natürlich nur mit dem Crewbus bewegen, und der kostet extra. Freundlicher wurden die Gesichter erst dann, als ich von meiner aussergewöhnlichen Reise erzählte, jedem einen Aufkleber von  meinem Logo in die Hand gab und über die Wohltätigkeit dieses Fluges informierte. Dann meinte der Boss der ganzen Schar, ich möge meinen Reisepass abgeben, 720$ im Voraus cash bezahlen und sie wären dafür so gütig und machten für mich eine Ausnahme und bringen mir das Fass auf deren Anhänger zu meinem Flugzeug. Auf die Frage wie lange das den nun dauern würde und wann ich meinen Reisepass wieder bekomme, meinte der nun halbfreundliche Mann, so in 45 Minuten würden wir uns wieder sehen.

Mit etwas ungutem Gefühl im Bauch verliess mich der Tross mit meinem Reisepass und 720$ und ich wusste nicht ob ich eines von beiden wieder sehen sollte.

Also polierte ich halt noch eine Stunde weiter an meinem Baby.

Tatsächlich, früher als angekündigt war dann aus weiter Ferne nach 35 Minuten ein Jeep mit Anhänger zu erkennen auf dem sich so etwas wie ein Fass befand. Nun ging die Diskussion also los, wie den Sprit aus dem Fass in den kleinen Flieger bekommen. Mein mitgebrachter Selbstansaugschlauch erwies sich hier als gutes Mitbringsel. Zwar langsam aber stätig leerte sich das Fass und die Flächentanks wurden wieder voll – ich hatte ja seit Abu Dhabi nicht mehr getankt! – wie aber nun die zweite Hälfte in den Haupttank am Copilotensitz bringen, da müsste der Sprit ja bergauf rinnen, geht also nicht. Die Jungs hatten einen 10 Liter Edelstahlbehälter mit, so wurde das Fass gekippt, dieser 10 Liter Behälter dabei immer angefüllt, meist auch überfüllt, und über den Trichter in meine mitgebrachten Kanister umgefüllt. Diese Kanister wurden dann auf den Zusatztank gestellt, und so ergab sich wieder ein Gefälle und mit dem Selbstansaugschlauch füllte sich auch so der 147 Liter Zusatztank am Copilotensitz. Ich musste ja das ganze 200 Liter Fass abnehmen, denn eine geringere Abnahmemenge gibt es hier nicht. Sollte man ja bei einem Preis von 3,60 US$/Liter ja auch sinnvoller Weise tun.

Nach 2 Stunden war die Prozedur des Tankens dann erfolgreich abgeschlossen und wir stanken alle, getränkt von Benzin, nach Schweiss und Sprit.

Nun gings also an die Immigration – ruhig Blut Helmuth – es kommt auch noch ein Abend.

Zuerst gings also zum Immigration Counter, nachdem ich das Customsformular bereits auf der Tragfläche ausgefüllt hatte. Da wurde erst mal eine halbe Stunde darüber diskutiert ob Austria nun Australia oder Austria ist. Nachdem dies klar war dass ich aus der Alpenrepublik stamme und es keine Kängurus in Österreich gibt wurden alte Bücher aus dem Schrank geräumt, wo nachgesehen wurde, wie man mit solchen Leuten bisher verfahren ist und was man im letzten Jahr von Leuten aus Österreich verlangt hat. Bis dann klar war, ich sollte 40$ für das Visa bezahlen, was ich bereitwillig annahm. Verlangte man doch an der Visastelle in Wien für die gleiche Leistung 160€ und bei Matevz in Patna zwei Monate zuvor 45$. Ich war ja immerhin schon froh dass ich überhaupt ein Visa bekam, nachdem der Handlingagent zwei Tage zuvor noch meinen Operator in Deutschland eindringlich darüber informierte, dass ich nicht ohne Visa nach Indien reisen dürfte andernfalls ich erhebliche Schwierigkeiten bekommen sollte.

Nachdem ich also so peinliche Fragen auf meiner Gendec wie meinen Familienstatus erklären musste - es kann sich hier keiner vorstellen nicht verheiratet zu sein – war die Angelegenheit dann nach zwei Stunden zu Ende und ich durfte das Flughafengebäude ohne meinen Reisepass verlassen. Der blieb bei der Immigrationbehörde, ohne das diese dafür eine Berechtigung hätten.  Ich habe so etwas auf all meinen Reisen noch nie erlebt das ich den Reisepass abgeben musste. Mit einer Kopie meines Passes in der Hand – mir war es egal ich hatte ja für den Fall der Fälle noch einen zweiten Reisepass dabei – stieg ich ins Taxi und fuhr die 800 Meter zum direkt vor dem Flughafen gelegenen Prada Airporthotel, wo ich 20% Crewdiscount bekam.

Dort schrieb ich dann hundemüde, aber glücklich die Prozedur hinter mir zu haben, den Bericht über Karachi und Indien ins Internet und als ich diesen absenden wollte, schaltete sich das Internet im Hotel ab und die Arbeit war umsonst. Frustriert darüber ging ich zu Bett und konnte wegen dem anhaltenden Hupkonzert unten auf der Strasse nur schlecht einschlafen.

Am nächsten Morgen wollte ich früh weg um ja nicht in die aufziehende CB Bewölkung ab Mittag zu kommen. So verzichtete ich auf das Frühstück und war bereits wieder um 6 Uhr morgens zurück am Flughafen. Es sollte laut den Aussagen des Immigrationofficers heute nur 20 Minuten dauern und ich wäre bereits bei meinem Flieger. Denkste!

Wieder zwei Stunden bis sich jemand zuständig erklärte. Die verantwortlichen Leute kommen ja ohnehin erst um 9 Uhr. Also zuerst Immigration wieder erledigen, diesmal will man 5 Durchschläge der Gendec! Und immer wieder sollte ich mich auf die Passagierbank setzen und warten. Würde man dies tun sitzt man am Abend noch dort. Nachdem die Immigration endlich erledigt ist und ich meinen Reisepass ohne Stempel wieder in Händen halte, gehts also nun zum Customs. Zum Glück ist nun der nette Herr vom Vortag, der mir bereits beim Refueling geholfen hatte an seinem freien Tag extra mit dem Moped 10 km weit wegen mir hierhergefahren um mir die Angelegenheit zu erleichtern.

Der Zoll sollte damit also relativ einfach erledigt sein, dauerte aber alles in allem auch eine geschlagene Stunde.

Nun also die Lande- und Parkgebühr zahlen. Was wird dass nun wieder werden? Raus aus dem Flughafengebäude, rüber über Schotterwege zum Tower und die ganzen Taschen ueber drei Stockwerke  durch Fäkalien und Müll auf den Kontrollturm tragen. Das nennt man Flugsport, ich habe seit meiner Abreise bereits 5 Kilo abgenommen und bin zum Ersten mal seit langem wieder auf meinem Idealgewicht unter 70 kg!

Das Rechnungschreiben und Heraussuchen der Landegebühren für ein Microlightflugzeug dauern dann noch mal eine geschlagene Stunde bis ich dann endlich 187$ für alles bezahlen darf. Das ist weniger als ich erwartet hatte, habe ich mir doch in Indien den Handler vollkommen erspart.

Und so durfte ich dann um halb elf raus zu meinem Flugzeug und mich für den 800 nm Flug nach Bangladesch vorbereiten.

Bei der täglichen Ölkontrolle fiel mir dann auf, dass am Ölbehälterdeckel Kalkspuren zu sehen waren die ich so noch nicht kannte. Also sicherheitshalber doch die Cowling runter und nachsehen.

Tatsächlich war im Kühlwasserbehälter nichts mehr drinnen, aber es war auch nirgendwo ein Schlauchriss oder eine Undichtheit zu erkennen. So füllte ich den Kühlwasserbehälter mit den mitgebrachten Trinkwasserflaschen auf und startete ohne weitere Probleme Richtung Bangladesch.

Weiter gehts mit dem Bericht dann von Bangladesch, jetzt wartet mein Freund Ismail unten im Hotel um mir die Stadt Kuala Lumpur zu zeigen.

Gruss
Helmuth

 

Nachdem bei der Landung eine Rechnung von 566 Euro präsentiert wurde die ich erst mal verweigerte und meinte ich rede mit dem Airportmanager beim Abflug und dann zahle ich. Als ich dann vier Tage später wieder kam, waren alle freundlich, ausser das Wetter, wollten Bilder mit mir und vom Flieger und die Rechnung war dann nur noch 425 Baht, was rund 10 Euro entspricht. Erfreut über die rasche Inflation in Thailand verliess ich den Airport Trat ohne weitere Probleme, die sollten erst dann später in U-Tapao, Pattaya kommen, wo ich von der ATC in Bangkok keine Abfluggenehmigung nach Malaysia bekam, bevor ich nicht angeblich noch 400 Dollar für Trat bezahle, es wurde auch schon mein Operator in Karlsruhe FSI  mit dieser Summe belastet. Nachdem dies ausgestanden war und die Rechnung für trat nicht zwei mal bezahlt wurde, es blieb Gott sei dank bei den 425 Baht, bekam ich dann einen Tag später und nochmaligem zweimaligen Aussteigen aus dem Flieger, obwohl ich schon gecleared for taxi war und am Rollhalt zur 18 stand, endlich meine Clearance. Schnell weg hier von diesen Wahnsinnigen in Thailand, durch durchs miese Wetter nach Kuala Lumpur. Dieser Flug war dann vom Wetter her eine echte Herausforderung und zählte sicher zu den schwierigsten Sichtflügen in meiner Fliegerkarriere.

 

 

 

 

Erlebnisse aus diesem Leg folgen!

Artikel über den Weltumrundungsflug in den TIPS vom 25.05.2012

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Nachdem ich vom langen Leg über die saudische Wüste geschafft war, genoss ich zuerst mal die verdiente Nachtruhe im grosszügigen Haus meiner Gastgeberfamilie Hohengassner. Noch überwältigt vom grossartigen Empfang und der Bereitschaft des Flughafenbetreibers mir aufgrund der Wohltätigkeit meines Fluges die Lande- und Handlinggebühren nachzulassen fiel ich überglücklich in den Tiefschlaf.

Am nächsten Morgen ging es zuerst mal in die German International School, wo wir Paul, den Sohn der Familie ablieferten und ich den Direktor der Schule kennen lernen durfte. Schnell war für den nächsten Tag eine Unterrichtsstunde in Geografie vereinbart und die Kinder freuten sich auf die willkommene Abwechslung.

Dann versuchten wir unser Glück an der indischen Botschaft doch noch zu einem Indienvisa zu gelangen. Nachdem ich die Menschenmassen vor mir geduldig abgewartet hatte und endlich zum Konsul vorgelassen wurde, meinte dieser lapidar, ich sollte mir wegen meines eintägigen Aufenthaltes in Indien keine Sorgen machen, als Pilot darf ich ohne Visum für 48 Stunden problemlos im Land bleiben, ich müsste nur meine AOPA Crewcard vorzeigen. Mit problemlos sollte der Mann zwar unrecht haben, aber da haben viele Pilotenkollegen vor mir ja auch schon mit der indischen Bürokratie so ihre liebe Erfahrung gemacht.

Bei einer Rundfahrt durch die 2,5 Millionenmetropole, Abu Dhabi ist ja die Hauptstadt der Emirate und beherbergt über 80%  Ausländer, nur ca.15% dieser 2,5 Millionen sind echte Emirati, konnte ich einen Eindruck vom Reichtum und den architektonischen Prunkbauten hier gewinnen.

Imposant auch der angeblich höchste Fahnenmast der Welt, geziehrt von der Fahne der UAE, aber auch die Vielfalt an Freizeitaktivitäten die man hier erleben kann ist grossartig. Von Wassersport über tauchen und schnorcheln bis hin zu Motorsport und Wüstenausflügen wird hier alles angeboten.

Das Durchschnittsjahreseinkommen beträgt hier in etwa 60.000 US$ und der Dhiram, so heißt die Nationalwährung hier, ist derzeit noch fest an den Dollarkurs gekoppelt. Dies sollte sich jedoch bald zu Gunsten eines noch stärkeren Dhiram ändern.

Eine grosse Hilfe bei meinem Aufenthalt in den Emiraten war auch der Besuch beim österreichischen Aussenhandelsdelegierten in Abu Dhabi, Herrn Dr. Wolfgang Penzias, der mir viele Wege geebnet und so manches erleichtert hat. Danke von dieser Seite noch mal für die großartige Unterstützung an das gesamte Team der österreichischen Aussenhandelsstelle!!!

Den Abend liessen wir dann bei BBQ und Pool im Garten meiner Gastgeber gemütlich bei deutschem Kronbacherbier, welches mein lieber Fliegerkollege Rinaldo, der für Deutschland hier an der BRD Botschaft arbeitet, mitgebracht hat, ausklingen.

Der kommende Tag war dann für Flugzeugpflege und Refueling sowie für ein Interview mit einem  deutschsprachigen Jetsetmagazin und einer Unterrichtsstunde an der deutschen Schule verplant.

Zuerst also mal raus zum Flughafen und meinen Flieger nachtanken.

Die Überraschung war gross und die Freude grenzenlos. Die haben hier 95 Oktan Autobenzin direkt am Flughafen und sie sind sogar bereit mir diesen für ganze 36 Eurocent!!!!! zu verkaufen. Schnell war der Entschluss gefasst, bei über 40 Grad Hitze mit meinen mitgebrachten Kanistern so oft mit dem Jeep zwischen Tankstelle und Flieger hin und her zu fahren, bis der Vogel randvoll bis oben hin mit edlem Sprit gefüllt ist.

Der nette Handlingagent, der mir beim Befüllen mittels meines mitgebrachten Selbstansaugschlauchs behilflich war, entschuldigte sich noch förmlich für den hohen Benzinpreis, er meinte, wenn ich in Saudi Arabien getankt hätte, dann wäre mir dies nur auf ein Drittel gekommen.

Ja, was soll ich da nun sagen, oft hat man schon mal Pech im Leben, aber es sollte mir auf der weiteren Reise nichts Schlimmeres passieren.

Eigentlich wollte ich auch noch die Zündkerzen wechseln, da diese nun bereits 50  Flugstunden drauf haben, aber bei Durchsicht aller Kerzen erschienen die wie neu und so dürfen sie erst jetzt in Thailand raus. Der Luftfilter wurde aber in jedem Fall gewechselt, denn der ist echt komplett mit Sand voll und gibt meinem geliebten Rotax kaum mehr Luft zum Atmen.

Durchgeschwitzt bis aufs Hemd nach der zweistündigen Tankprozedur fragte ich zaghaft beim Militär dort nach ob ich denn nicht im, natürlich gekühlten, Hangar meinen Flieger putzen und abstellen dürfte. Sofort wurde dieses Ansinnen begrüsst und ich bekam von der pakistanischen Reinigungscrew für Grossflugzeuge auch umgehend Unterstützung beim Polieren meiner Dynamic.

In diesem Hangar befanden sich auch zwei DA42 Flugzeuge aus österreichischer Produktion aus Wiener Neustadt welche hier ohne Kennzeichen vom Militär für Schulungszwecke genutzt werden.

Gastfreundlich und nett verlief dann auch noch das Interview im Hotel neben der F1 Rennstrecke mit Frau und Herrn Wind, zwei Österreicher die hier in Abu Dhabi sich nieder gelassen haben und mehrere Magazine publizieren. Danke für die Bereitschaft meine Reise hier zu veröffentlichen!

Am Nachhauseweg zeigte mir Marie-Luise noch Mastar City, eine völlig neue Stadt in der Stadt völlig mit Sonnenenergie betrieben und absolut futuristisch anmutend. Unglaublich was technisch für das nötige Kleingeld alles machbar ist.

Der Abend bei BBQ, wo ich einmal den Heizer spielen durfte, war geprägt von interessanten Quizfragen des elfjährigen Paul an uns Erwachsene und tollen Fiegergeschichten von Norman, einem Engländer der hier im Innenministerium für Luftfahrtankäufe zuständig ist! Ich versuchte natürlich sofort meine Kontakte zu knüpfen und ihm die österreichische Neuerfindung des Arrow Girokopters schmackhaft zu machen.

Am nächsten Tag gehts dann frühmorgens bereits weiter nach Karachi in Pakistan, wo bereits der, von Herrn Penzias organisierte Aussenhandelsdelegierte, Herr Saleem Hashim und mein Handlingagent auf mich warten sollten.

Foto Foto

Früh morgens leutete, nach gemütlichem Barabend mit deutschen Gästen an der Hotelbar vom Mövenpick, der Wecker den herrlichen Tag ein (was sonst in Ägypten, kann ja nur schön werden) – Wetterbriefing hier fast überflüssig, trotzdem zur Sicherheit noch ein kurzer Blick auf das aktuelle Satellitenbild auf Google Earth und dann gings ohne Frühstück schnur stracks zum Flughafen.  Das Hotel menschenleer, 650 Angestellte kümmern sich hier um dzt. um 150 Gäste. Mein Handler wartete entgegen allen Absprachen nicht am Eingang auf mich und ich musste ihn mit meinem europäischen Mobiltelefon anrufen, worauf er dann 20 Minuten später mal am Eingang kam. Die Freundlichkeit von vor zwei Tagen war schnell vergangen als er mir eine Rechnung von 625$ für das Handling offerierte. Alles Verhandeln half nicht, es blieb dabei, also schnell bezahlen und ab zum Flieger. Entgegen meiner Erfahrung aus dem Jahre 2006 blieb der Lift diesmal nicht stecken und ich musste auch nicht am Gate Platz nehmen bis mein Flug aufgerufen wurde. Allein für dieses Foto hätte ich ihm aber gerne 20$ gegeben, dass mein Flug an der Anzeigetafel mit OE-7104 erschienen wäre. Leider hätte ich die Passagiere, die sich auf diesen Aufruf gemeldet hätten, nicht mitnehmen können.

Nach 30 Minuten war das Procedere vorbei und ich stand vor meinem Flieger, die Sonne wie ein heller Spiegel, ganz anders als bei uns, stand sie frühmorgens schon heiß am Himmel.

Upps, hier ist ein Fehler passiert, der ganze Artikel über Abu Dhabi und den Flug dorthin sollte bereits seit Nagpur im Logbook stehen. Aber, obwohl ich im Hotel in Indien das Internet für 24 Stunden gekauft habe, schaltet es sich alle 60 Minuten ab und man muss wieder 250 Rupi zahlen, und so sind wohl die drei Seiten, die ich mühsam am Abend geschrieben habe, bis auf den kleinen Absatz verschwunden. Also noch mal.

Ich bin also vor meinem grössten Einzelleg bislang noch freundlich von den Groundhandlingleuten mit Foto vor dem Flieger verabschiedet worden und rasch gab es auch die Clearance to climb Runwayheading 20 to 3000ft and turn left dct inbound IMRAD, das ist der Grenzüberflugspunkt in der Mitte des roten Meeres zwischen Ägypten und Saudi Arabien, following the airway A145.

Das braucht man Speedy Gonzales nicht zwei mal sagen, bereitwillig nimmt er diesen Auftrag an und bereits nach einem leichten Knüppelziehen zum Abheben übernimmt mein Freund im Cockpit bis zum short final von Al Bateen in Abu Dhabi. Ich habe sogar bei ruhiger Luft noch Zeit zum Fotografieren entlang der Runway und ein letzter Blick zurück auf Luxor.

Der Flug selbst verläuft wie first class in einem Airliner mit Beinfreiheit, leider wartete ich vergebens auf das Klopfen der Stewardess an die Cockpittür um mich zum Frühstück zu wecken. Ausser ein paar wenigen Zuckern über den Bergen der saudischen Wüste lag der schwere Flieger wieder mal wie ein Brett in der Luft und meine einzige Aufgabe war es, das nötige Sitzfleisch für die kommenden 9,5 Stunden aufzubringen.

Nach 6,5 Stunden verspürte ich zum ersten mal in meinem Flugzeug das Bedürfnis Little John auszuprobieren, kein Wunder, hatte ich doch bis dahin schon über 2 Liter Wasser zu mir genommen, aber, obwohl es in FL 095 über der Wüste nur 9,7 Grad hatte, doch das meiste wieder rausgeschwitzt.

So bereitete ich mich selbst auf diese erstmalige Erfahrung vor, und musste auch in dieser Höhe schon bald bemerken, dass die Schwerkraft auch hier heroben noch immer seine Gültigkeit hat. Ein weiterer Versuch mit etwas gesenkter Flasche und gehobenem Gesäß, so gut das halt eben in dem stromlienenförmigen cockpit überhaupt geht bis dass man mit dem Kopf oben am Plexiglas ansteht, und siehe da, die Sache war von Erfolg gekrönt. Erleichtert auch diese Übung mal im Flieger vollzogen zu haben, lehnte ich mich wieder zurück und wartete die nächsten zwei Stunden ab, bis endlich die Küste des Persischen Golf in Sicht kam und die Angelegenheit etwas abwechslungsreicher wurde.

Über Bahrain dirigierte man mich entgegen der Kursrichtung etwas nordwärts und raus aufs Meer bis dass ich dann wieder einer neuen Luftstrasse folgend die Emirate ansteuern durfte.

Sicht nach vorne gibt es hier weder über der Wüste noch übers Meer, denn der Dunst und die Sandpartikel in der Luft verschwimmen am Horizont zueinander und es ist keine Linie erkennbar.

Im Luftraum von Abu Dhabi angekommen durfte ich eine völlig neue Erfahrung machen. Ich war gecleared to descend to 3000 ft und sollte direkt übers VOR fliegen und von dort auf left heading abdrehen und visually zur Landebahnrichtung 31 fliegen und established on ILS reporten.

Na gut, so weit noch nichts aufregendes, von oben durch den Dunst mit Autopilot absteigend konnte ich in 3000 ft tatsächlich erstmals was vor mir erkennen. Zuerst dachte ich es seien Berge direkt vor mir, bis ich dann sah, dass eine ganze Wolkenkratzerstadt sich vor mir aufbaute. Ich war also tatsächlich an Abu Dhabi, Glück gehabt. Aber ich positionierte die Kamera auf Filmaufnahmemodus direkt neben dem Schnapskompass, und die magnetische Einwirkung dürfte so gross gewesen sein, dass dieser fast die entgegengesetzte Flugrichtung anzeigte.

Erst als ich beim Tower drei mal nachfragte ob dies, was ich da rechts unter meinem Flügel vorbeiziehen sah auch tatsächlich Al Bateen Executive ist und dieser mir bestätigte er hätte mich in Sicht, drehte ich zum Endanflug ein und machte noch einige impossante Bilder von der grossen Moschee, welche direkt neben der Landebahn gebaut wurde. Die Minaretttürme mit Blitzlichtern ausgestattet, dass dem Heiligtum ja nicht mit der linken Flügelspitze ein Haar gekrümmt wird.

In Al Bateen angekommen war sofort grosser Bahnhof. Die freundlichen Groundhandlingleute umzingelten sofort meinen kleinen Flieger und wollten nicht enden wollende Fotos mit mir und dem Flugzeug. Sofort wurde ich mit einem nigelnagelneuen BMW 730i abgeholt und zur VIP Lounge gebracht, wo bereits mein Schulfreund Robert Hohengassner mit seiner Familie auf mich wartete und mir einen herzlichen Empfang bereiteten.

Weiter gehts dann mit den Erlebnissen von Abu Dhabi und dem Weiterflug nach Pakistan, bis dahin

grüßt Euch Helmuth

 

 

Sonntag Morgen, endlich mal gut ausgeruht und ein gepflegtes Fruehstueck im Sitia Beach Hotel gemeinsam mit den Fliegerfreunden aus Deutschland zu mir genommen, geht es mit dem Leihauto der UL Freunde durch die engen Gassen von Sitia rauf zum Airport, welcher natuerlich erst wieder um 10 Morgens seine Pforten oeffnet. Die Abfertigung dort ist dafuer allerdings voellig unproblematisch, wir duerfen sogar mit dem Leihauto zu den Flugzeugen fahren um die vielen Taschen nicht dort hin schleppen zu muessen. Die Fliegerkollegen haben das Auto mit Spritkanistern voll und betanken ihre ULs mit Sprit von der Tankstelle fuer 1,86€ den Liter. Ich hab am Vortag aufgrund der Action in Korfu auf diese Prozedur verzichtet und 123 Liter reinstes und teures AVGAS meiner Spirit of Africa gegoennt und dafuer satte 3,13 € fuer den Liter geloehnt. Ich wollte allerdings fuer den 3,5 Stunden dauernden Flug ueber das Mittelmeer kein Risiko eingehen und bei der Spritqualitaet auf Nummer Sicher gehen.

Da wir schon mal eine ganze Fliegergruppe sind, vereinbarten wir einige Zeit lang gemeinsam zu fliegen um gute air to air Luftbildaufnahmen von unseren Flugzeugen zu bekommen. Dafuer vereinbarten wir gleich nach dem Abheben von Sitia Tower auf eine Quasselfrequenz von 122,80 zu gehen. Schon am Boden wiesen mich die Kollegen, aber auch der Tower darauf hin, dass ich nur sehr schwer verstaendlich sei und nur sehr leise rueber komme. Aber was solls der Motor ist schon warm und was soll ich jetzt machen?

Also Stachel rein und mit vollem Gewicht, die 100 Meter breite Landebahn von links nach rechts kreuzend, sodass der stramme Seitenwind, der hier bereits am Morgen mit voller Kraft sich seitlich gegen den Flieger stemmt, nicht so mit voller Breitseite auftrifft, sondern etwas zum Abheben beitraegt. Nach 500 Metern Rollstrecke entscheidet sich meine Dynamic aber dann doch dazu die Nase in sein Element zu hiefen und griechischen Boden zu verlassen. Nicht fuer lange, wie sich gleich heraus stellen sollte.

Das mit der Kommunikation zum Fotoflug hat also aufgrund mangelnder Verstaendlichkeit meinerseits nicht so funktioniert und so trennten sich unsere Wege sehr bald, ich flog inbound Sitia VOR nach Sueden und die Jungs nach Nordwesten nach Korfu. Danke liebe Fliegerfreunde fuer den tollen Abend auf Kreta, ich freu mich mal mit Euch gemeinsam eine Flugreise zu organisieren!

Ich hoerte im Funk noch Sitia wie mir der Controller staendig blindtransmissions funkte ich moege das Militaer kontaktieren oder wieder nach Sitia zurueck kehren. Als ich bemerkte, dass ich nun voellig unverstaendlich bin wollte ich den langen Flug dann uebers Mittelmeer doch nicht ohne Funkkontakt durchfuehren, und, obwohl ich Transpondercode 7600 fuer radio failure gerastet habe, kehrte ich nach 20 nm outbound nach Sitia zurueck um das Problem zu beheben. Sanft setzte ich die Maschine mit den vollen Tanks auf der RWY 21 auf, auch wenn ich bei vollem Startgewicht Bedenken was die Landung betrifft hatte.

Rasch konnte am Boden die Ursache fuer das Kommunikationsproblem eruiert werden. Das Mikrofon von meinem Headset hat den Dienst verweigert. Gott sei Dank habe ich fuer das Satellitentelefon ein zweites Headset dabei, dieses in die Buchsen gesteckt und siehe da – read you 5 to 5, auch das Intercom funktioniert wieder und heimatliche Klaenge ertoenen aus den Kopfhoerern. Danke Emil fuer die vielen tollen Lieder die Du mir da auf das IPhone gespielt hast, damit vergehen die vielen Stunden in der Luft doch gleich viel angenehmer.

Also wieder ready for departure und los gehts nun endgueltig nach Afrika. Der Flug selbst verlaeuft mit Rueckenwind so ruhig, dass ich das erste mal tatsaechlich fuer eine halbe Stunde im Flieger eingenickt bin. Mein bester Freund im Flugzeug, Speedy Gonzales, der zuverlaessige Autopilot von TruTrak leistet hier wahrlich hervorragende Arbeit. Beinahe haette ich also das Erreichen der aegyptischen Kueste verschlafen, haette mich nicht Kairo Control aufgefordert die Frequenz auf Alexandria Approach zu wechseln. Direkt ueber dem internationalen Flughafen von Alexandria wurde ich nach Osten umgeleitet um den Luftraum von Kairo dann oestlich zu passieren. 260 nm vor Luxor hiess es dann auf mein Anfragen bezueglich naechsten Reportingpoint, navigate on your own navigation to Luxor. So locker kann es also auch gehen. Verglichen mit dem Flug im Jahre 2006, wo uns der Controller mit einem Umweg von ueber 200 nm an der lybischen Grenze entlang ueber die Wueste schickte, war dies fast die Direktroute. Damals musste ich noch zu einer Notluege greifen und short of fuel declaren um diesen Umweg nicht auf mich nehmen zu muessen, diesmal gings ohne Trick. Nach fuenf Stunden hiess es dann im Kopfhoerer OE-7104 cleared for ILS Approach Runway 20, und nach 5 Stunden und 11 Minuten war die Spirit of Africa am Boden und hatte 702 nm zurueck gelegt.

Die freundliche Handling Crew liess es sich nicht nehmen jeder ein Foto mit mir und dem Flieger zu machen und schnell waren mit kleinen Gastgeschenken wie Aerospool Schluesselanhaenger und Kugelschreiber neue Freunde gewonnen. Leider wirkte sich diese Freundlichkeit jedoch nicht auf den Spritpreis aus, da gab es keinen Verhandlungsspielraum. Zaehneknirschend musste ich die 5,37$ fuer den Liter reinsten Avgas und das ganze genau mal 100 in Kauf nehmen. Dafuer war ich aber rasch aus dem Flughafengebaeude befreit und Erinnerungsfotos wurden noch vor dem Ausgang geschossen waehrend der freundliche Taxler schon auf mich wartete um mich in das bereits bekannte Hotel Moevenpick direkt am Nil gelegen, fuer 15 $ zu chauffieren. Dort angekommen erfreute ich mich ueber die guenstigen Hoteltarife und den kuehlen Willkommensdrink und gleich darauf gings erst mal ins Pool zur Abkuehlung und bei mehreren Stellabieren und Rotwein ist der Abend dann bei Sonnenuntergang ueber dem Nil ausgeklungen.
Der naechste Tag wurde erst mal zum Entspannen und zum Aktualisieren der Homepage genutzt. Die Sehenswuerdigkeiten von Luxor wie Hadschepsudtempel, Tal der Koenige und Karnaak nightlifeshow kannte ich ja bereits ebenso wie eine Nilkreuzfahrt bei Sonnenuntergang.
Die versprochene halbe Stunde um mich am Abreisetag durch das Flughafengebaeude zu schleusen wurden von dem netten Handlingagenten auch beinahe eingehalten, aber erst als die Handlinggebuehr, die ich per Funk dezidiert abgelehnt und nicht fuer notwendig erachtet hatte, mit 630$ beglichen war. Dafuer hatte ich die Wahlmoeglichkeit noch mit dem Transit zum Flieger so lange zu warten, bis auf der Anzeigetafel am Gate mein Flug aufgerufen wurde. Ich wollte allerdings so rasch als moeglich abheben, ist es ja ohnehin schon zwei Stunden nach Sonnenaufgang nachdem Aegypten derzeit die selbe Uhrzeit hat wie wir weil sie die Sommerzeit heuer nicht eingefuehrt haben.

Hallo liebe Freunde und Fliegerkollegen, Reiselustige und Beobachter dieser Reise rund um die Welt!

Nun ist es also endlich losgegangen – im allerletzten Moment. Fuenf Minuten nach meinem schweren Abheben vom Flugplatz Gschwandt bei Gmunden in Oberoesterreich kam die Kaltfront daher und wie mir aus den Erzaehlungen meiner Frau geschildert wurde, konnten die sich am Boden Gebliebenen kaum noch halten. Das war also timing. Bevor ich nun von meinen Reiseetappen berichte moechte ich zuallererst Dank sagen bei allen die mitgeholfen haben damit so ein grosses Projekt ueberhaupt stattfinden kann. Zuerst bei meiner Familie, die dieses Unterfangen unterstuetzt und mir die Moeglichkeit gibt dass ich so lange von zu Hause weg sein kann. Weiters bei allen Sponsoren, besonders bei Herrn Ingo Hagedorn vom Flughafen Hoersching fuer die Organisation der Pressekonferenz am Freitag, damit dieses Projekt auch die gebuehrende mediale Praesenz findet und namhafte Betraege zur Unterstuetzung des Fluges und fuer hinterbliebene Kinder von Flugzeugabsturzopfern zusammen kommen. Danke an die Presse fuer die grossartige Berichterstattung und die tollen Beitraege!

Aber auch dem Land Oberoesterreich und hier im Besonderen Herrn Landesrat Viktor Sigl und seinem Team gebuehrt mein besonderer Dank, ohne Sie wuerde es den Flug nicht geben. Danke an Herrn Gerhard Lippitsch von der Austrocontrol fuer die problemlose und rasche Abhandlung des Sonderpermit to fly fuer 750 kg und Herrn Ing. Alfred Glatzmeier und Herrn Ing. Bernhard Roeger fuer die notwendigen Berechnungen und Gutachten dafuer. Den vielen Kleinsponsoren und Helfern, den vielen Firmen die mit Sonderkonditionen die notwendige Ausruestung bereit gestellt haben, und ganz besonderer Dank meinem Webmaster Goran Lipotanovic von Creativearts. Allen ein herzliches Dankeschön!!!

Dank auch an meine engsten Freunde Tommy und Claudia sowie Hans Fischer dass ihr beim Abflug zu unchristlicher Morgenstunde dabei ward und den Abflug gefilmt habt. Nach achtmonatiger Vorbereitung war es nun endlich soweit, dass man sagen kann 95% der Vorbereitungsarbeiten sind getan, 100% bringt man so und so nie zusammen. Wenn es die beruehmten letzten Tage und Stunden nicht geben wuerde so wuerde wohl nie etwas fertig werden. Die letzten drei Tage vor dem Abflug waren allerdings fuer mich aber auch fuer meine Familie grenzwertig und gingen schon an die Gesundheit. Umso schoener war dann der offizielle Abflug fuer die Presse am Freitag in Hoersching, wo sich neben vielen Fotografen auch Robert Prodinger von Polarized.at motiviert durch den Morgenartikel in den Oberoesterreichischen Nachrichten, eingefunden hat und mir noch eine seiner neuen Sonnenbrillen ins Cockpit mitgeben wollte. Dass hier grosser Medienrummel ist wusste er gar nicht, umso ueberraschter war er dann auch, dass sogar noch Zeit fuer ein Bier war. Bernhard danke fuer die Hochqualitaetsbrille, die ist echt super und schuetzt die Augen in einem nie gekannten Gefuehl. Zurueck in Gmunden gings dann ans Packen und ausfiltern, was darf mit was muss aus Gewichtsgruenden zu Hause bleiben. Nach einem vorgezogenen Muttertagsabendessen mit meiner Frau blieben nur kurze Stunden Schlaf bis um 5 der Wecker die Abreise einlaeutete. Taschen ins Auto geschleppt, Kind geweckt, Windeln gewechselt und ab zum Flugplatz, da war das Wetter, wie auf ZAMG.at prognostiziert noch in Ordnung.

Gross war die Freude dann am Flugplatz zu so frueher Stunde meine Freunde zu treffen die es sich nicht nehmen haben lassen um beim Abflug dabei zu sein. Unglaeubige Gesichter, als der halbe Hangarboden mit Taschen, Kanistern und Sonstigem bedeckt war und in kurzer Zeit das alles in dem kleinen Flieger verstaut wurde. Am Samstag den 12.05.2012 Um 0651 hob dann die Spirit of Africa ihre Nase in den morgendlichen Himmel von Gschwandt bei Gmunden, drehte mit heftigem Rueckenwind nach Osten ab, winkte in einem tiefen Ueberflug noch mit den Tragflaechen den Lieben am Boden und verschwand uebers Ennstal in einem sanften Steigflug mit 300 ft/ Minute climb auf 8000 ft Hoehe, hinter mir die aufziehende Kaltfront der ich gerade noch entkommen bin und der ich nun davon fliege. Unspektakulaer und ruhig wie in einem Airliner gings dann mit 135 kts speed ueber den Radlpass und Slowenien Richtung Dubrovnik und Korfu. In Kerkira, uns besser bekannt als Korfu, nordwestlichste Insel Griechenlands musste ich landen, da mein Zielflugplatz Sitia auf Kreta nur morgens und abends zwei Stunden geoeffnet hat und nur Korfu ganztaegig offen ist. Auf Korfu bin ich schon bei meinem Heimflug von Afrika 2006 aus Spritmangel gelandet, da ich die Strecke Sitia-Dubrovnik nicht in einem durchfliegen konnte. Da kann ich nun getrost darueber lachen, mit dem Sprit den ich nun mit habe koennte ich die Strecke fuenf mal hin und retour fliegen. Auf Korfu angekommen durfte ich als technical landing declared lediglich 45€ Handling zahlen, der offizielle Preis abzueglich 50% Discount mit AOPA Crewmembercard waere hoeher gewesen. Das wars dann aber auch schon mit Landegebuehren in Griechenland, alle anderen Plaetze sind naemlich fuer Ultraleichtflugzeuge Landegebuehrenbefreit!!
Welch noble Geste und grosse Ueberraschung, in Sitia darf man sogar den Sprit von der Tankstelle mit dem Taxi oder Mietauto mit in das Flugplatzgelaende bringen, wenn man die 3,3€ fuer den Liter AVGAS nicht gewillt ist zu bezahlen. Da es mir als Erstem gelungen ist sogar einen 27 Literkanister Sprit fuer 1,87€ den Liter edles Superbenzin ins Flughafengebaeude von Korfu zu bringen und fast ueber den Radarscanner durchgegangen waere, haette sich nicht ein alter Flughafenpolizist im letzten Moment bemuessigt gefuehlt dieses Unterfangen zu unterbinden, worauf ich mit dem Taxi wieder zum Nordrand des Flugplatzes fuhr und den Kanister zusammen mit dem deutschsprechenden netten Taxler ueber den Zaun brachte. Da ich ja Zeit auf Korfu hatte, ich musste ja nur irgendwie 4 Stunden rueber bringen bis Sitia aufsperrt, war dies eine nette Uebung, weil ich einfach wissen wollte ob dies grundsaetzlich geht. Und es geht wie man sieht!

Das Wetterbriefing auf Korfu war perfekt, er gab mir 2 kg Papier feinst saeuberlich verpackt in einem eigenen Erinnerungkuvert, gerade dass er nicht auch noch ein Mascherl drueber gemacht hat, aber er meinte ich brauch es ohnehin nicht da ich auf der Strecke nach Kreta nur mit schoenem Wetter zu rechnen habe. Wie sich der junge nette Mann doch taeuschen sollte. Kaum von Korfu abgehoben leuchtete es auf meinem Stormscope schon in allen Richtungen auf. Towering Cumulus CB up to FL330. Na, nun gings endlich los. Mir wurde die Sache schon unheimlich so ruhig kann das doch nicht weiter gehen. Da haette ich mit der Linie ja auch fliegen koennen. Auf zum Slalomflug durch die Wolkentuerme und Regenschauer durch und nach zehn Minuten kam der Flieger frisch gewaschen wieder am Pelepones raus. Nun aber rasch inbound SUD in die Sudabucht von Channia auf Kreta. Ich kenne die Gegend hier gut, war ich doch schon zwei mal auf Urlaub hier und hatte mir auch den impossanten und sehenswerten deutschen Soldatenfriedhof in Malmedy angesehen der an die vielen gefallenen Fallschirmjaeger aus dem 2. WK hier erinnert. Noch immer in FL 080 ueberflog ich Iraklion und durfte dann durch die Wolkendecke durch nach Sitia sinken. Sitia empfing mich wie bereits 2006, als Hans Gutmann mich noch am Funk warnte und zur Vorsicht mahnte was den heftigen Seitenwind anbelangt, wieder mit genau dem gleichen Seitenwind in gleicher Staerke 25 kts rein von rechts. 2006 glaubten mein Mitflieger Sepp Kogler und ich, nun haette es uns den linken Reifen geplatzt, da der Flieger nach dem Aufsetzten so gehumpelt hat, als wir dann nach dem Ausrollen zum Backtrak runter rollten war dann der Platte ploetzlich am rechten Rad, da wussten wir dass es kein Patschen war sondern der Wind, der das Flugzeug seitlich weggeschoben hat. Diesmal bin ich um einiges schwerer, daher tut der Wind auch weniger, wie generell das Flugzeug mit diesem Gewicht wie ein Brett in der Luft liegt. Das Tanken war mit AVGAS rasch erledigt und drei extrahuebsche Stewardessen der Olympic Maschine die gerade hinter mir gelandet ist teilten eine Zigarette mit mir. Gross war die Ueberraschung dann als ich am Apron fuenf Ultraleichte aus Deutschland sah. Ich fragte sofort den Taxler ob er wuesste wo die Herren abgestiegen sind und er brachte mich durch die engen Gassen, aber in gemaessigterem Tempo als 2006 ins gediegene Hotel zu den deutschen Fliegerkollegen. Nach einem netten Kennenlernen und einigen Bieren flog ich hundemuede, nachdem ich die letzten drei Naechte insgesamt nur vier Stunden geschlafen hatte, ins Bett. Weiter gehts morgen nach Luxor am Nil.

Helmuth

Hier können Sie die Berichte der Oberösterreichischen Nachrichten, der Kronenzeitung und der Tageszeitung Österreich in einer PDF-Datei ansehen.

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Hier geht’s zum Weltumrundungsbericht auf Kurier.at

Hier geht es zum Bericht auf AustrianWings.info

Hier geht’s zum Bericht in der Kleinen Zeitung

Hier geht’s zum Bericht auf Atterseelife.at

Hier klicken um zum Bericht zu gelangen…

Hier klicken um zum Bericht auf ooe.orf.at zu kommen

Bericht in den OÖ Nachrichten zum Abflug

Zum Artikel in den OÖ Nachrichten 

Am 11. Mai 2012 ist es nun endlich soweit. Vom Flughafen Linz-Hörsching aus geht die Reise los. In diesem Logbuch informiere ich nach jeder Etappe über die Vorkommnisse und stelle Bilder online.

        

Viele Weltumrunder haben mir berichtet Sie hätten mit ihren Vorbereitungen für die Weltumrundung bereits zwei Jahre vor deren Abflug begonnen. Als ich im September 2011 mit der Planung begonnen habe, wusste ich noch nicht was da alles auf mich zukommt und das diejenigen, die zwei Jahre vorher damit beginnen, guten Grund dazu hatten.

Ich habe also im September 2011 damit begonnen mir zuerst mal mögliche Flugrouten rund um unseren Globus auf Google Earth herauszusuchen.

Viele lange Nächte verbrachte ich damit, die kürzesten Wasserstrecken ausfindig zu machen, alle Flugplätze und mögliche Landefelder mit einer Stecknadel zu markieren und die Einzeldistanzen zu vermessen.

Bis dann die schlussendliche Flugroute, beginnend von meinem Heimatflugplatz Gmunden/Laakirchen über die Türkei, Iran, Pakistan, Indien, Bangladesh, Thailand, Vietnam, Macao, Taiwan, über die Südjapaninschen Inseln, Japan, japans Nordinsel Hokaido, und weiter über die Kurileninseln nach Petropavlowsk auf Kamtschatka und dann über den Aleutenbogen nach Anchorage in Alaska, von dort wieder runter nach Seattle und quer durch Amerika nach Neufundland, fest stand. Den Antlantik wollte ich eigentlich immer über die Südpassage von Saint Johns in Neufundland auf die Azoren bewältigen, da ich von meinen Weltumrunderkollegen aus dem Jahre 2009 von den sehr rasch wechselnden Wetterbedingungen über Grönland und Island gewarnt bin. Allerdings wenn man das seltene Glück hat über Grönland eine Hochdruckwettersituation vorzufinden und vielleicht sogar noch den seltenen Rückenwind zu erwischen, dann kann diese Atlantiküberquerung ein echter Genuss sein und es koennen absolut tolle Bilder von den Eisbergen dort entstehen.

Für den Fall der Fälle ist jedoch ein Überleben im eiskalten Wasser nur von kurzer Dauer, selbst im Trockenanzug und Rettungsinsel.

Viele Aspekte galt es also vorher zu berücksichtigen und abzuwägen ehe die endgültige Streckenführung festgelegt werden sollte.

* mit welchen Winden kann man wo und wann rechnen – wie bekomme ich am ehesten Rückenwind? Den Antlantik überquert man am Besten von West nach Ost, westwärts findet man hier eher selten Rückenwind vor.

* wo bekomme ich am leichtesten Überflug- und Landegenehmigungen? Leider gibt es noch immer Länder wo der Einflug mit Privatflugzeugen nur extrem schwer oder aber gar nicht genehmigt wird, wie China, Nordkorea……

* wo komme ich finanziell am kostengünstigsten rund um die Welt? Russland und Japan genauso wie die arabischen und asiatischen Länder können da schon mal ein ordentliches Loch in die Reisekasse reissen, vor allem Russland kann, wenn man VFR und unter FL175 fliegt durch die Notwendigkeit eines Navigators an Bord zu einer echten finanziellen Herausforderung werden. Nicht nur, dass die An- und Abreise dieses Herren von und nach Moskau voll zu bezahlen ist, kommen auch noch sein Unterhalt und Gehalt sowie kilometerabhängige Navigationsgebühren dazu, und das summiert sich dann mit den Landegenehmigungen bald schon mal in Richtung eines fünfstelligen Eurobetrages.

Japan ist nur am offiziellen Ein- und Ausflugflughafen kostspielig, im Landesinneren kann dort genau so günstig und frei wie bei uns in Europa geflogen werden. Herr Peter Steeger von der AOPA Japan war mir hier bei der Organisation äusserst hilfreich, leider stellte sich am Ende dann doch heraus, daß Japan den Einflug von Luftfahrzeugen mit einem beschränkten Lufttüchtigkeitszeugnis (restricted airworthiness certificate), wie dies Ultraleichtflugzeuge, LSAs und Experimental nun einmal sind, absolut nicht genehmigt. Am Wort “restricted” ist es hier gescheitert. In meinem Fall wurde dieses Anliegen bis zum japanischen Aussenminister vorgetragen, leider ebenso mit bescheidenem Erfolg. Trotzdem möchte ich Herrn Peter Steeger an dieser Stelle für sein grossartiges Engagement herzlich danken und ihn an künftige Weltumrunderkollegen, welche mit einem voll zertifizierten Flugzeug die Welt umrunden möchten, wärmstens weiter empfehlen. Japan ist sicherlich ein tolles Land welches mit dem eigenen Flugzeug bereist werden will.

Nach dieser niederschmetternden Absage, welche ich als solche lange nicht glauben und hinnehmen wollte, hiess es dann doch zurück an den Start und komplett neu mit der Planung beginnen. Heute weiß ich, daß ich mit dieser Situation nicht alleine bin. 16 Jahre vor mir hat dieses Schicksal bereits meinen Fliegerfreund Hans Gutmann ereilt, der ebenfalls mit seiner selbst gebauten Glasair, welche naturgemäß als Experimental zugelassen war, keine Möglichkeit fand, durch Japan ein- und durch zu fliegen und sodann kurzfristig umdisponieren musste und die Route über den Südpazifik wählte.

Nachdem also auch für mich fest stand, daß Japan ein absolutes NoGo darstellt, und ich ohnehin auf die russische Bürokratie und die stark wechselnden Wetterbedingungen im hohen Norden keine grosse Lust verspürte, war für mich nach anfänglichen Bedenken, was die extrem langen Wasserstrecken auf diesem Flugweg anbelangt, die Entscheidung dann endgültig gefallen, ebenfalls die von warmen Wassern und schönen Inseln geprägte Flugroute über den Südpazifik zu wählen.

Nun gab es allerdings ein ganz anderes Problem zu lösen.

Die Fluggenehmigungen und die Kosten auf dieser Route sind ja absolut keine Hürde, wie aber sollte es gelingen in ein Ultraleichtflugzeug derart grosse Spritmengen unter zu bringen, dass damit ein sicherer Flug von über 4000 km möglich ist?

Dies entspricht nämlich genau jener Strecke die es von Hawaii nach San Francisco zu bewältigen gilt, und leider befindet sich dazwischen keine Insel. Landemöglichkeit gibt es damit, ausser die US-Navy stellt in der Mitte einen ihrer ausrangierten Flugzeugträger auf, keine.

Hier gilt mein besonderer Dank dem Hersteller meines Flugzeuges, der Firma Aerospool in Prievidza in der Slovakei. Jan Hrabovski und sein Team haben bei der Herstellung der beiden Zusatztanks eine technische Meisterleistung vollbracht. Es wurde wirklich jeder Kubikzentimeter des Copilotensitz- und Fußraumes ausgenützt, sodass insgesamt ein perfekter Tank mit insgesamt 200 Litern Fassungsvermögen entstanden ist und insgesamt mit den Fluegeltanks und zwei Zusatzkanistern im Heckraum dann 400 Liter Spritmenge an Bord mitgefuehrt werden koennen. Dies entspricht einer sicheren Flugzeit von 21 Stunden !!!!!!!!!

Ohne diese aufwändigen Arbeiten wäre das Unternehmen Weltumrundung nicht möglich gewesen – herzlichen Dank an das gesamte Aerospoolteam!

Nachdem also das Flugzeug für 21 Stunden Flugzeit umgebaut und zusätzlich noch mit neuen, verstärkten Bremsen der Firma Beringer aus Frankreich – Dank auch hier an die Firma Beringer für den großzügigen Preisnachlass – sowie einem neuen Verstellpropeller und Spinner der Firma Woodcomp aus der Tschechischen Republik – besonderer Dank an die Firma Woodcomp für die grosszügige Unterstützung mit diesem wichtigen Teil an meinem Flugzeug – und auch noch mit einem Stormscope Strikefinder und zusätzlichem Sauerstoff sowie einer zweiten Batterie ausgerüstet wurde, sind nun alle technischen Arbeiten am Flieger abgeschlossen.

Nun galt es die nächste Hürde zu nehmen. Das Flugzeug benötigt für diesen Flug eine Sonderzulassung für den Flug mit nunmehr 750kg maximales Abfluggewicht. Die AustroControlGmbH, kurz ACG in Wien unter Herrn Gerhard Lippitsch und Herrn Andreas Winkler haben ihre Unterstützung bei dieser Sonderpermit zugesagt und gemeinsam mit der Hilfe von Alfred Glatzmair und Bernhard Rögner wurden die Berechnungen für den neuen Flugzustand durchgeführt und so konnte auch diese wichtige Genehmigung erlangt werden. Damit ist das Flugzeug für diesen Flug, zusammen mit dem Zusatztank behördlich genehmigt und es sollte somit keinerlei bürokratische Hindernisse in den diversen Ländern geben.

Flieger und Papiere sind also nun OK, wie aber schauts mit dem Piloten selbst aus? Derart lange Flugstrecken ganz alleine über Wasser zu verbringen, stellt eine Extrembelastung für Psyche und Körper dar. Daher habe ich mich bereits im Oktober 2011 darum bemüht einen Mitflieger zu finden, der weite Teile oder die gesamte Reise mit einem zweiten Flugzeug mit mir absolviert. Diesen idealen Copartner habe ich dann mit Winfried Peschke aus Deutschland, der mit seiner CT mit mir bis Australien oder Hawaii mitfliegen wollte, auch gefunden.

Ich kenne aus den Schilderungen von Hans Gutmann, die er in seinem Buch auch sehr eindrucksvoll beschreibt, das ein wesentliches Problem auf solchen Reisen die Einsamkeit am Abend in den diversen Hotels ist, wo man gerne mit jemandem das gerade Erlebte austauschen möchte und natürlich auch für den Notfall jemanden an der Seite hat, der rasch Hilfe leisten oder holen könnte. Die Sicherheit erhöht sich zu zweit natürlich enorm. Leider musste Winfried seine Teilnahme jedoch kurzfristig aus beruflichen Gründen absagen, obwohl er schon viele Vorbereitungen wie Zusatztank für die CT, Garmin795, ELT, JeppFlightstar…., getroffen hatte. Winfried, danke für Deine Unterstützung und die Leihgabe diverser Geräte. Ich wäre gerne bei dieser Reise gemeinsam mit Dir geflogen, aber ich bin sicher es bietet sich noch mal die Gelegenheit für eine gemeinsame grössere Reise. Danke!!!

So bleibt mir also wieder nichts anderes über als den ganzen Flug alleine zu absolvieren. Weltumrunderkollegen, welche ich beim jüngsten Earthroundermeeting in Florida wieder getroffen hatte, motivierten mich noch eindringlich dazu, meine Instrumenten- und Schlechtwetterflugerfahrungen aufzufrischen und zu erweitern. So rief ich kurzerhand meinen Fliegerfreund und Fluglehrerkollegen Hans Spindlböck an und arrangierte 10 IFR Simulatorstunden am neuen Flugsimulator der Firma AeronautX am Flughafen in Linz/Hörsching. Eine unglaubliche Erfahrung die jeder Privatpilot sich mal gönnen sollte, extrem lehrreich.

Ein herzlicher Dank auch von hier an die Firma AeronautX für das günstige Entgegenkommen!

 

 

 

 

 

Hier finden Sie künftig alle Informationen zu den Vorbereitungsmaßnahmen für den Weltumrundungsflug von Helmuth Lehner für Kinder in Not. Los geht’s am 11. Mail 2012 in Linz-Hörsching.

Informationen

Hier lesen Sie zukünftig mehr über aktuelle Ausflüge & Rundflüge von Ing. Helmuth Lehner…

Video-Screenshot des Bezirks-TV zum Abflug von Helmuth Lehner

Interview mit Helmuth Lehner zum gescheiterten Weltumrundungsflug. Wie es zum Unfall kam:
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Gott sei Dank hab ich endlich, nach einem Tag organisieren und probieren, Internetzugang.

Leider hat es mit der Weltumrundung nicht ganz geklappt, bei gut einem Viertel der Strecke war Schluß, leider durch menschliches Versagen in einer extremen Stresssituation. Wir mussten in UASK (Ust Kamenogorsk) das ist ganz Nordöstlich von Kasachstan, an der Grenze zu Russland und Mongolei, landen, um am nächsten Tag nach Ulan Batar weiter zu kommen. Leider kam es nicht mehr dazu.

Wir hatten auf dem ganzen Weg von Almaty nach Ust Kamenogork schwere Gewitter und starke Regenschauer zu durchfliegen. Es war in Summe eine Strecke von 530 nm oder etwas mehr als 1000 km. Aufgrund der heftigen Turbulenzen konnte der Autopilot die Aufgabe nicht übernehmen, sodass ich die ganze Strecke selbst steuern musste. Meine Kopfschmerzen aufgrund einer Stirnhöhlenentzündung machten mir in der Höhhe immer grosse Probleme. 150 km vor unserem Ziel stand dann eine geschlossene Starkregenfront, allerdings hatte man Sicht bis zum Boden. Wir wurden angewiesen in einer Höhe von 2100 Meter zu fliegen. Nachdem wir von anderen Flugzeugen aus der Gruppe wussten, dass der Weiterflug bis zum Ziel möglich und der Zielflugplatz in Sichtverhältnissen erreichbar war, setzten wir unseren Anflug fort.

Als der Zielflugplatz in Sicht war, stand linker Hand von uns ein lokales Starkgewitter mit Blitzentladungen ca. 5 km von uns.

Wir erhielten zuerst die Landefreigabe auf die Pistenrichtung 12, als wir bereits im Endteil des Landeanfluges waren drehte plötzlich der Wind und brauste auf über 100 km/h, der Kontroller gab und die neue Pistenrichtung 30.

Wir brachen die Landekonfiguration ab und flogen Richtung Süden um den Anflug auf die 30 erneut zu setzen.

Dabei drehte mir der starke Seitenwind das Flugzeug zwei mal in eine 45° geneigte Position, das Flugzeug drohte ständig über die linke Fläche ausgehoben zu werden, ich hatte alle Hände voll zu tun mit beiden Händen das Flugzeug permanent gerade zu halten. Es gelang mir nicht die Fahrt auf Klappengeschwindigkeit ab zu bauen, da Windboen und Bodeneffekt das Luftfahrzeug immer wieder nach oben hoben. Normaler Weise ertönt ein greller Warnton und eine rote Warnlampe wenn das Gas zu sehr raus genommen wird und das Fahrwerk noch nicht draussen ist. Nachdem ich allerding, als ich auf Pistenrichtung 30, mehr oder weniger seitlich eingedreht hatte, sehr viel Gas benötigte um das Flugzeug gegen den heftigen Wind zu stemmen, kam diese Warnung auch nicht. Nur so ist es zu erklären daß die Landung mit eingefahrenem Fahrwerk, ohne dies zu bemerken, vollzogen wurde.

Zusätzlicher Stressfaktor, neben dem langen Schlechtwetterflug (in Europa wäre ein Flug von Wien nach Paris mit einem Kleinflugzeug eine extreme Langstrecke, die im Normalfall mindestens durch eine Landung unterbrochen würde, noch dazu wenn diese von ständigem Schlechtwetter begleitet wäre – (es hat uns auf der Strecke im Schlechtwetter sogar einmal beide mit dem Kopf heftig auf die Plexiglaskanzel gedrückt und Schleifspäne noch von der Produktion sind aus den Lüftungslöchern herausgewirbelt)) war, dass Bill Hall als Einzelpilot in seiner Robin G-BIRT zur gleichen Zeit als wir bereits auf die 30 gecleared waren, er sich landebereit auf der 12 meldete und der Kontroller meinte “Go around”, das er damit uns meinen wollte kam weder meinem ATPL Copiloten noch mir in den Sinn.

Daß mein Airliner ATPL Copilot nicht bemerkte, daß mein Fahrwerk nicht draußen ist, sollte zwar keine Entschuldigung für mein Versagen sein, ist aber doch eine Unachtsamkeit, gerade wo ich mit dem “first fly the aircraft” voll zu tun hatte, die als mangelnde Teamarbeit zu kritisieren ist.

Einem Airbus A320 Piloten dürfte es nicht passieren die wesentlichsten Landevoraussetzungen nicht zu überprüfen und das eingefahrene Fahrwerk zu übersehen.

Aber ich hatte bereits auf der ganzen Reise den Eindruck, daß man in der Türkei nicht nur türkischen Honig sondern offensichtlich auch Linienpilotenlizenzen zu kaufen bekommt.

Tatsache ist, daß ich auf stark regennasser Landebahn die Dynamic ohne Fahrwerk sehr sauber aufgesetzt habe, sodass zumindest den Passagieren nichts passiert ist, auch wenn wir sicherheitshalber in der First Aid Station des Flugplatzes untersucht wurden.

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Der Schaden an dem Flugzeug ist jedoch, trotz sauberer Landung erheblich.

Der Rumpfboden ist durchgeschliffen, das Heck angeknackst, der linke Flügel bei der Landeklappenhalterung abgeschliffen, der Auspuff abgeschliffen, der Motorträger angeknackst, das Getriebe defekt, der Motor Schockloading, der Propeller und die Verstellung kaputt, das Bugfahrwerk abgeschliffen, der Bugradkasten eingedrückt.

Bedenkt man die aufwendigen Transport-  und Vesicherungskosten handelt es sich hierbei um einen wirtschaftlichen Totalschaden.

Der Aieroclub von Almaty, der unseren gesamten Aufenthalt in Kasachstan mitgestaltet und unterstützt hat, hat bereits Interesse für den Ankauf dieses Wracks bekundet, nachdem diese ohnehin bereits ein Ultraleicht mit dem gleichen Motor auf deren Flugplatz haben.

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Liebe Weltumrunderfreunde!

Heute ist endlich mal flugfreier Tag angesagt. Nach 3162 nm und 27,5 Flugstunden tut ein Tag am Boden auch mal wieder gut. Ausserdem machen mir meine Stirnhöhlen in der Luft heftige Kopfschmerzen. Ich wollte heute die Hotelsauna besuchen um diese Stirnhöhlen etwas freier zu bekommen, aber nachdem ich gestern den Heizkörper vor dem Pool aus der Verankerung gerissen hatte, wurde heute die ganze Sauna gleich umgehend für geschlossen erklärt (nur für mich?). Die glauben wohl ich mach jeden Tag mal gleich so eine Sauna kaputt. Wie kam es dazu?

Ich war in der Sauna bei 120!!!! Grad, uff echt heiß. Als ich raus wollte merkte ich, dass die Türe von der Saunawartin zugesperrt war, ich war also eingesperrt. Klopfen nutzte nichts, so suchte ich nach einem Ausweg. Alle Fenster waren ohne Fenstergriffe nur eines hinter dem Pool war zu öffnen, aber man musste an einem 5 cm breiten sims dem Pool entlang klettern. Offensichtlich rechnete man nicht damit dass dies jemandem gelingen könnte. Ich hielt mich also in den Fliesenfugen und dem Heizkörper fest und erreichte so, ohne ins Pool zu fallen, das Fenster – öffnete es und sprang, nur mit einem kurzen Bademäntelchen bekleidet ins Freie – zur Verwunderung der Saunawartin welche auf der Gartenbank genüsslich ihre Zigarette rauchte und mich völlig verwundert ansah. Ich wollte ihr natürlich noch helfen und das Fenster, nachdem sie die Sauna von außen geöffnet hatte, wieder schliessen, zeigte ihr also wie ich das Artistenstück vollbrachte. Beim zweiten mal allerdings mit anderem Erfolg. Als ich mich wieder am Heizkörper festhielt um rund um den Sims zu klettern, brach dieser samt Heizungsleitungen aus seiner Verankerung und ich flog samt Heizkörper und Bademantel ins Pool. Das Gelächter war natürlich groß, der Schaden leider auch. Jetzt müssen die Wandflesen abgestemmt werden und die Heizungsleitung neu geschweisst werden.

Jetzt haben sie aber offensichtlich gelernt, dass man als Beherbungsbetrieb nicht nur Kyrillisch schreiben und russisch reden muss, sondern es auch sinnvoll ist Englisch zu reden und wenigstens in Bildern die Notmaßnahmen beschriften soll. Was solls, eine lustige Begebenheit die noch lange für Heiterkeit sorgen wird.

Wer von Euch jetzt glaubt ich sei hier am A…… der Welt (hab ich vorher auch gedacht), der irrt, liebe Freunde.

Kasachstan ist von der Fläche her größer als ganz Europa, hat aber lediglich 17 Mio Einwohner. Diese sind unterteilt in echte Kasachen (ca.70%), diese sehen schon eher wie Mongolen, sehr asiatisch aus und haben ausschliesslich schwarze Haare und sind eher molliger. 25% sind aber Russen mit eindeutig europäischen Gesichtszügen, und es wird auch hauptsächlich russisch gesprochen, auch von den Kasachen. Die Russen die hier geboren und aufgewachsen sind können nicht mal die Landessprache, nur Russisch.

Moskau pumpt zur Zeit eine Unmenge an Ölgelder in dieses Land um die Kasachen russlandfreudlich bei Laune zu halten. Daher sieht man hier in Alma Ata gigantische Neubauten, schöne Parks und breite Prunkstrassen. Je niedriger der Ölpreis ist umso eher bekommen diese ehemaligen Sovietstaaten die Krise zu spüren und umso starker wird der Unmut gegenüber Russland und dem dortigen Regime, obwohl Herr Putin wahrscheinlich am wenigsten am Ölpreis kann – so kann man ganz einfach mit dem Ölpreis eine gigantisch grosse Region steuern.

Gegessen wird hier genauso wie die Leute aussehen, man bekommt, nach ewiger Wartezeit – Zeit haben die hier ohne Ende – Yakfleisch extrem fett mit scharfer Sauce sodass man das Fette nicht schmeckt. Das Bier ist allerdings ganz gut.

Unser Taxifahrer kann gebrochen deutsch, kein Wunder er lebte drei Jahre in Deutschland, seine Frau ist immer noch in Baden-Baden. Fast jeder hier hat irgend eine Geschichte aus Deutschland zu erzählen und fährt im Durchschnitt einen grossen Benz. Generell sieht man hier mehr teure und große Luxuskarossen aus Deutschland als bei uns. Der Sprit ist auch extrem billig, 50 Eurocent pro Liter.

Das Leben hier in Kasachstan spielt sich ausschliesslich in den Ballungsräumen ab. Wenn man über dieses Land fliegt sieht man nur endlose Weiten und Wüste, nur der südliche Gürtel rund um das Pamirgebirge ist grün und kultiviert. Gleich hinter Alma Ata sind die Viertausender der nördlichsten Ausläufer des Himalajagebirges. Uns trennen hier von China nur noch 300 km.

Heute waren wir schon mit dem Sessellift auf 2750 m oben, saukalt aber eine herrliche Sicht auf die grosse Stadt.

Die Leute hier bereiten das Skigebiet für die Asiatischen Winterspiele 2011 vor, umso mehr wird in Liftanlagen und Schneekanonen investiert.

Morgen geht’s jetzt außerplanmäßig weiter zum nordöstlichsten Flugplatz Kasachstans nach Ust-Kamenogorsk, um das viel zu lange Tageslag nach Ulaan Batar etwas abzukürzen. Das nächste mal melde ich mich dann wieder aus der Hauptstadt der Mongolei, hoffentlich mit netten Bildern vom Steppenüberflug.

Bis dahin grüßt Euch in der Heimat aus dem fernen Kasachstan:

Helmuth

Ing. Helmuth Lehner

www.weltumrunder.at

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Na das war wieder mal ein Flug, liebe Freunde. Um sieben Uhr morgens gings vom Hotel los, das heißt für mich ohne Frühstück. Eine wilde Fahrt durch das morgendliche Yerevan bei herrlichstem Wetter und traumhaften Blick auf den 5100 Meter hohen Ararat, Grenzberg zwischen Iran, Türkei und Armenien, oben mit einer herrlichen Gletscherflanke bedeckt. Der Flugplan war für 08:10 Lokalzeit aufgegeben – nicht mal denken daran.

Zollformalitäten, Paßkontrolle, Gepäckkontrolle und dann erst mal ab zum Miniflieger – bis man den Armeniern mal beibringt das der Flieger keine Flugnummer hat – na dann gibt man halt das Kennzeichen an und die Leute haben ihre regelrechte Freude daran – ist ja egal, wenn man mit so Kleinigkeiten Freude bereiten kann soll man es tun.

Um 08:00 Uhr war ich dann mal bei meinem Flieger, das Pitot abgebrochen die Fenster zum Cockpit offen, mein Flieger hat offensichtlich große Aufmerksamkeit erregt. Wenigstens der ganze Sprit ist noch drinnen, Wasser hab ich abgelassen, war eh keines drin. Eigentlich wollte ich um 08:30 Uhr in der Luft sein – nicht mal denken daran.

Endlich um 09:15 Uhr hebt meine Dynamic Richtung Westen ab und dreht gegen Norden ab Richtung La Sevan – Meldepunkt Marti als Grenze zwischen Armenien und Aserbaitschan. Mit riesigem Umweg wurde ich über Baku gelotst und erst dann durfte ich raus aufs Kaspische Meer Richtung Meldepunkt Gasbi. Vorher gabs noch eine nette Überraschung: Noch über dem Festland spuckte unser Rotax zwei mal heftig in Flugfläche 110, das türkische Mogas ist offensichtlich doch nicht wie unser Autosprit, in dieser Höhe kommt es zu dampfblasenbildung sofern die Oktanzahl nicht hoch genug ist. Nervös aber gefasst wagten wir also doch den 300 nm Flug über die verregnete kaspische See, absoluter Blindflug in IMC, aber Kollege Autopilot gab sein Bestes und so waren wir froh endlich die Kasachische Küste am Horizont zu erspähen. Absolute Wüste,  nichts da – aber der Funkverkehr funktionierte hervorragend und so sind wir nach 5 Stunden und 20 Minuten 667 nm weiter nordöstlich in Kasachstan bei großem Bahnhof gelandet – mein Flugzeug erregt offensichtlich überall grosses Aufsehen.

Das Refuelling ging mit Handpumpen rasch vor sich, aber die Einreise in Kasachstan erweist sich als schwierig. Ich schreibe gerade vom Flughafen in Atyrau und warte endlich mit meinem Reisepass, dessen Visa erst in drei Tagen beginnt einreisen zu dürfen – aber acht andere haben das gleiche Problem und somit nutzen wir die lange Wartezeit mit Flugplanaufgabe für morgen, Internet und Emailcheck und wie ich Flugbericht schreiben.

Liebe Weltumrundergemeinde, liebe Freunde, Ihr glaubt gar nicht wie wertvoll mir Eure Gästebucheinträge sind und ich möchte mich auf diesem Wege recht herzlich bei Euch allen bedanken und noch viel ermutigen mir zu schreiben. Es ist schön aus der Ferne die Heimat zu spüren.

Es grüßt Euch ganz herzlich aus Kasachstan

Helmuth

Artikel in der Kronenzeitung vom Freitag, 10. Juli 2009

Leichtsinn, Wahnsinn oder gar Unsinn?

Hallo Weltumrunder Fangemeinde!

Nachdem uns eine breite Gewitterfront am 4.7. das Passieren der Bulgarischen Berge verweigerte und uns zur unplanmässigen Landung in LBGO zwang (Bulgarien ist auch ganz nett und wenn man mal schon da ist, soll man auch auf einen Sprung vorbei schauen und Grüß Gott sagen), war das Wetter am darauffolgenden Morgen umso besser und wir konnten nach kurzem Durchstechen der morgendlichen Nebelwolken, unseren Flug wie geplant nach Istanbul fortsetzen. Tufans türkische Kontakte machten es möglich einen low level Sichtflug durch den Bosporuskanal zu bekommen, ein beeindruckendes Erlebnis das man nicht so bald wieder bekommt. Vorbei an dieser 13 Millionen Metropole Konstantinopel, 50 Meter über der berühmten blauen Moschee von Istanbul, landeten wir in LTFJ, wo wir sogar noch einige unserer Kollegen vor dem Abflug trafen. Kurzes refuelling, Pinkelpause, und Starkregenabwarten, dann gings direkt und problemlos weiter in die Mitteltürkei, 280 nm, fast ein Katzensprung. Vorbei an einem Salzsee, der sich in verschiedensten Farben für uns zeigte, war wieder mal Starkregen bei der Landung angesagt, aber man gewöhnt sich ja bekanntlich an alles.

Der organisierte Bus zu unserem 40 km entfernt liegenden Hotel ist natürlich schon ohne uns abgefahren, so durften wir eine Gratisfahrt mit Tufan`s Fliegerfreunden in einem Achtsitzer zu Vierzehnt erleben, dafür war das Hotel umso schöner. Die Türkei und die Türken sind wirklich anders als die Türkei die wir täglich zu Hause erleben – gastfreundlich, zuvorkommend und günstig.

Nach einem Derwish am Abend durften wir uns auf eine Ballonfahrt sehr zeitig am Morgen freuen. Danach war Sighseeing der Katarakte von Göreme und Besichtigung der unterirdischen Stadt angesagt. Die Fotos sagen alles – eine wirklich sehenswerte Landschaft, ideal für einen Kurzurlaub!

Nach ein paar Runden im Hotelpool und sonnen gab´s dann briefing für den heutigen Flug nach Erzurum und gleich weiter nach Yerevan in Armenien. Von dort meld ich mich dann wieder.

Grüße Euer Helmuth

www.weltumrunder.at

Artikel in der Kronenzeitung vom Samstag, 4. Juli 2009

In 41 Tage um die Welt ..

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Echt steile Katarkatkte hier von altem Lavagestein das vom Vulkan weg gespritzt ist, waren die ersten Behausungen der Christeneinwanderer und sind jetzt Kirchen im Berg.

Gestern gings leider nicht bis Istanbul da uns über die Bergkette von Bulgarien ein riesiges Gewitter abgefangen hat und zur Landung in Ghorno Ureacovitca gezwungen hat. Minuten später hat es aus Kübeln auf unser Flugzeug geschüttet, jetzt ist er erst recht sauber.

Der Abend in Ghorno war bei Schaschlikspiesschen (echt kleine Spiesschen) und zwei Landebier gemütlich, das beste Hotel am Platz für 25 € für die Suite bescheiden aber die Nachtreceptionistin sehr nett – ich war müde keine Sorge.

Dafür war das Wetter am heutigen Sonntagmorgen umso besser und so gings nach mehrmaligem Papierausfüllen und unterfertigen, Mehrkosten bezahlen usw. endlich los Richtung Istanbul. Aufgrund meines türkischen Copiloten bekamen wir eine low level Freigabe für den Bosporus – die Bilder sind echt sehenswert, diese 13 Millionenmetropole – jeder 5. Türke kommt aus Istanbul- ist riesig in der Ausdehnung. Die blaue Moschee hab ich aus 50 Meter Höhe voll erwischt.

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Nach dem Nachtanken und Starkregen abwarten im Helicopter, weil in unser Flugzeug hats rein geregnet, konnten wir dann endlich in zwei Stunden und 12 Minuten 300 nm weiter östlich in Tukson wieder bei Regen landen.

Ein Privatbus mit 14 Leuten an Bord, lauter Fliegerfreunde meines Co`s, brachte uns nun ins Viersternehotel.

Morgen Sightseeing in Göreme.

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“Sitzen gerade in Bulgarien. Erstes Abenteuer – echt lustig. Mal sehen ob das Wetter morgen besser ist. Gruß Helmuth”

SMS 04.07.2009, 17:16 Uhr

Artikel in den OÖ Nachrichten vom Samstag, 4. Juli 2009

Helmut Lehner hebt ab ...

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Artikel in der Bezirksrundschau vom Donnerstag, 2. Juli 2009

Bezirksrundschau-02072009

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Artikel in den Tips vom Mittwoch, 1. Juli 2009

S25C-Zeitungsartikel-fliegen

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So sieht ein Pilot aus, wenn er mit einem Ultralight-Flugzeug über den großen Teich fliegt. Der wasserdichte Anzug hält im Falle eines Falles den Körper für etwa 24 Stunden warm, bis Hilfe eintrifft.

Wasserdichter Rettungsanzug

Hier erfahren Sie zukünftig immer aktuell das Neueste zum Flug von Helmuth Lehner, der ihn um den gesamten Globus führt. Damit ist er der erste deutschsprachige der mit einem Microlight-Flugzeug die Welt umrundet. Weltumrunder Helmuth Lehner ist am Freitag, 3. Juli 2009 in Gmunden gestartet.

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