Leg 42 Donnerstag 2.8.2012 CYHZ Halifax Stanfield Intl. Nova Scotia – CYYT St. John’s Newfundland and Labrador, Canada, distance flown 494 nm, time 3 hours 28 minutes, average speed 142,5 kts!

In der Frueh im edlen Lord Nelson doch noch ein Fruehstuek, welches natuerlich nicht im Zimmerpreis inkludiert ist, zu mir genommen und dann gemeinsam mit Otmar und Christine zum Flughafen gefahren. Die beiden setzen ihren Kanada- und USA Urlaub heute ans Festland mit dem Leihauto fort. Otmar war nicht schlecht ueberrascht als er den aufpolierten und glaenzenden Flieger mit den riesigen Zusatztanks im Hangar von Shell sah und konnte es kaum glauben das man auf diesem engen Raum so lange Strecken zurueck legen kann.
Die beiden brachten mich noch zum Hauptterminal da ich meine Einreisekarte von den USA abgeben wollte, nachdem mich bei meiner Ankunft in Kanada weder Zoll noch sonst irgendeine Behoerde kontrollierten. Nach herzlicher Verabschiedung stapfte ich zurueck zu meinem Flugzeug, gab noch rasch den IFR flugplan fuer das naechste Leg auf und war somit bereit zum Aufbruch, wieder ein Stueck der Heimat naeher.
Der IFR Flugplan erwies sich als sinnvoll, erstens galt es gleich nach dem Start eine solide Wolkendecke zu durchstossen und zweitens war dadurch die permanente Funkverbindung sicher gestellt, auch hier funktionierte das Handheldfunkgeraet wieder hervorragend. Leider haben wir den Autopiloten zuvor zu sehr gelobt, Otmar meinte noch ich haette unheimliches Glueck das der Autopilot die ganze Zeit funktioniert, jetzt haben wir es verschrieen. Ich bemerkte unter dem Flug das zwar die Hoehe aufs Fuss genau gehalten wird aber das Flugzeug immer wieder mit dem Wind von rechts hinten abbiegt. Als ich am Knueppel mal probierte verspuerte ich keinen Widerstand vom Servo, damit war klar in der Rollfunktion vom Autopilot ist etwas gebrochen.
Ich steuerte somit in ruhiger Luft ueber der geschlossenen Wolkendecke meine Dynamic ueber Sydney ( keine Sorge ich bin nicht zurueck in Australien) und den Saint Lawrencestrom Richtung Saint John’s, die aelteste Stadt Nordamerikas mit 500 jaehriger Geschichte und ca. 65000 Einwohnern. St. John’s liegt am gleichen Breitengrad wie Voecklabruck und das Wetter ist hier auch aehnlich besch….., mit dem Unterschied das hier bis Mai die Eisberge von Groenland vor die Kueste getrieben werden.
Die Landung in St. John’s war dann spektakulaer. Zuerst mal aus 5000 ft die dicke Wolkendecke durchstossen, ich musste mich ja nur auf die Laengsachse des Flugzeuges konzentrieren, den Descend uebernahm ja noch der Autopilot. Ich war dann dementsprechend erleichtert als ich in 2000 ft Land unter mir sah und der Flugplatz mit seinen gekreuzten Landebahnen in Sicht war. Dies ist hier gar nicht so selbstverstaendlich. Viele Piloten haben mir schon von Anfluegen auf St. John’s berichtet wo wegen Nebels die Bahn bis zum Schluss nicht zu sehen war. Dann wurde ich auf die 24 gecleared obwohl der Wind heftig mit Spitzen bis 25 kts aus 180 kam, dementsprechend war dann auch das Schiebemoment nach dem Aufsetzen, ich dachte schon wieder eine meiner Bremsen sei blockiert was Gott sei Dank nicht der Fall war. Auf der Groundfrequenz war man sich dann lange Zeit nicht einig wo man mich hinrollen lassen sollte und so durfte ich meine Position noch drei mal veraendern bis ich schlussendlich bei Shell FBO fuer 100$ Unterschlupf fand und in deren Hangar auch gleich meinen Autopiloten reparierte.
Die Techniker von Aerospool meinten zwar noch am Telefon ich sollte haendisch ueber den Atlantik fliegen dann wuerde ich noch beruehmter, ich zog es aber dann doch vor der Wurzel des Uebels auf den Grund zu gehen und bald war mit der Sollbruchstelle zwischen Servohebelarm und Servogetriebe auch der Verursacher fuer die Fehlfunktion gefunden. Der abgeriebene Mitnehmersplint wurde mit einem Bohrer herausgebohrt und durch einen 3 mm Bohrer ersetzt, jetzt ist die Sollbruchstelle dauerhaft verbunden, sie soll ja nicht mehr brechen.
Das Servo wieder unter meinem Sitz eingebaut, die Gurten fixiert und der Schaumstoff wieder reingebracht und nach zwei Stunden war diese kleine Reparatur mit einfachsten Werkzeugen auch erledigt.
Im Holiday Inn nahe der Stadt goennte ich mir heute noch einen Ruhetag bevor es morgen bei besseren Wetterbedingungen als es heute der Fall gewesen waere ueber den Atlantik zurueck nach Europa geht. Ich habe mir ausgerechnet, dass ich mit vollen Tanks und alle drei Kanister angefuellt von hier aus direkt nach Hause fliegen koennte, es sind auf direktem Weg 2660 nm, aber da waere ich ja morgen schon daheim und vor lauter Ueberraschung waere keiner bei der Ankunft da. Also doch lieber noch auf die Azoren und nach Malaga, vielleicht eine Landung in Gibraltar vor dem markanten Felsen um dann am kommenden Samstag um 15 Uhr puenktlich in Hoersching zu sein.

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