10.07.2009 Atirau, Kasachstan

Yerevan,Atirau,Shimkent 008 tufan almaata 067 shimkent-almaata 045

Na das war wieder mal ein Flug, liebe Freunde. Um sieben Uhr morgens gings vom Hotel los, das heißt für mich ohne Frühstück. Eine wilde Fahrt durch das morgendliche Yerevan bei herrlichstem Wetter und traumhaften Blick auf den 5100 Meter hohen Ararat, Grenzberg zwischen Iran, Türkei und Armenien, oben mit einer herrlichen Gletscherflanke bedeckt. Der Flugplan war für 08:10 Lokalzeit aufgegeben – nicht mal denken daran.

Zollformalitäten, Paßkontrolle, Gepäckkontrolle und dann erst mal ab zum Miniflieger – bis man den Armeniern mal beibringt das der Flieger keine Flugnummer hat – na dann gibt man halt das Kennzeichen an und die Leute haben ihre regelrechte Freude daran – ist ja egal, wenn man mit so Kleinigkeiten Freude bereiten kann soll man es tun.

Um 08:00 Uhr war ich dann mal bei meinem Flieger, das Pitot abgebrochen die Fenster zum Cockpit offen, mein Flieger hat offensichtlich große Aufmerksamkeit erregt. Wenigstens der ganze Sprit ist noch drinnen, Wasser hab ich abgelassen, war eh keines drin. Eigentlich wollte ich um 08:30 Uhr in der Luft sein – nicht mal denken daran.

Endlich um 09:15 Uhr hebt meine Dynamic Richtung Westen ab und dreht gegen Norden ab Richtung La Sevan – Meldepunkt Marti als Grenze zwischen Armenien und Aserbaitschan. Mit riesigem Umweg wurde ich über Baku gelotst und erst dann durfte ich raus aufs Kaspische Meer Richtung Meldepunkt Gasbi. Vorher gabs noch eine nette Überraschung: Noch über dem Festland spuckte unser Rotax zwei mal heftig in Flugfläche 110, das türkische Mogas ist offensichtlich doch nicht wie unser Autosprit, in dieser Höhe kommt es zu dampfblasenbildung sofern die Oktanzahl nicht hoch genug ist. Nervös aber gefasst wagten wir also doch den 300 nm Flug über die verregnete kaspische See, absoluter Blindflug in IMC, aber Kollege Autopilot gab sein Bestes und so waren wir froh endlich die Kasachische Küste am Horizont zu erspähen. Absolute Wüste,  nichts da – aber der Funkverkehr funktionierte hervorragend und so sind wir nach 5 Stunden und 20 Minuten 667 nm weiter nordöstlich in Kasachstan bei großem Bahnhof gelandet – mein Flugzeug erregt offensichtlich überall grosses Aufsehen.

Das Refuelling ging mit Handpumpen rasch vor sich, aber die Einreise in Kasachstan erweist sich als schwierig. Ich schreibe gerade vom Flughafen in Atyrau und warte endlich mit meinem Reisepass, dessen Visa erst in drei Tagen beginnt einreisen zu dürfen – aber acht andere haben das gleiche Problem und somit nutzen wir die lange Wartezeit mit Flugplanaufgabe für morgen, Internet und Emailcheck und wie ich Flugbericht schreiben.

Liebe Weltumrundergemeinde, liebe Freunde, Ihr glaubt gar nicht wie wertvoll mir Eure Gästebucheinträge sind und ich möchte mich auf diesem Wege recht herzlich bei Euch allen bedanken und noch viel ermutigen mir zu schreiben. Es ist schön aus der Ferne die Heimat zu spüren.

Es grüßt Euch ganz herzlich aus Kasachstan

Helmuth

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